Welcome back Mal 2

Es wird sicher noch 1 bis 2 Wochen dauern, bis ich zum einen das Grinsen aus dem Gesicht bekomme und sich das Familienleben wieder eingependelt hat. Welcome back Nr. 1 gab es am am 03.Juni in Berlin. Hatte sich doch tatsächlich das Bogensport-Training im Winter bei Minusgraden im Freien und das 5m Technik-Training im Keller gelohnt. Das es mit der Qualifikation zum Deutschland Cup klappen würde, war relativ zeitig klar. Dieser wurde im Rahmen der Finals in Berlin ausgetragen. 2019 war das ein riesiges Event mit zig Sportarten. Dieses Jahr waren Zuschauer nicht erlaubt und die Teilnehmerzahl stark reduziert. Und musste man sonst seinen Startpass vorlegen, musste man dieses Mal den Impfausweis oder den neagtiven Test vorlegen. So ändern sich die Zeiten. Ach ja, es war nach der Hallen Landesmeisterschaft im Januar 2019 mein zweiter offizieller Wettkampf nach der 10jährigen Pause und auch mein erster Outdoorwettkampf. Ich war sooooo aufgeregt, dass ich am Anfang Schwierigkeiten hatte, dass Visier zum Zielen auf der Scheibe zu halten. Diese steht 60m entfernt. Von den anderen Schützinnen kannte ich niemanden. Dafür war ich zu lange raus. Kein Problem, so konnte ich mich ganz auf mich selbst konzentrieren. Gut, dass ich die letzte Wochen auch bei starkem Wind trainiert habe, denn der blies in Berlin ganz schön heftig. Dazu kam noch Sonne von vorn und das Tragen der Maske bei 30 Grad im Schatten. Nur an der Schiesslinie durfte die Maske abgesetzt werden. Für mich alles kein Problem, denn zum einen hatte ich ja sowieso bei ähnlichen Bedingungen trainiert und Maske trage ich schon seit Jahren einen Großteil des Tages. Das alle kam mir zu Gute. Denn während Andere immer mehr mit dem Wind, der Sonne und der Maske haderten, wurde ich irgendwie immer ruhiger. Ich schaute auch nie auf einen Zwischenstand. Ich wusste, dass ich das geschossen habe, was ich momentan kann. Somit war ich zufrieden mit mir. Als ich dann am Ende auf die Ergebnisliste schaute, war ich erstmal sprachlos. Ich hatte gewonnen. Oh Gott, das war so unwirklich. Aber irgendwie auch lustig. Später musste ich noch für die Deutsche Presse Agentur ein Interview geben. Die beste Frage war: „Wie ist es so, die anderen Schützen wiederzusehen?“ und ich so: „Ähm, ich kenne die alle gar nicht.“ Das Gesicht des Reporters war unbeschreiblich. Ich erklärte ihm dann warum und er schüttelte immer wieder ungläubig den Kopf, hihi. Sowas hatte er bestimmt auch noch nicht erlebt.

Abgerundet wurde die lange Fahrt dann noch mit einem Anschlussaufenthalt bei unseren Eltern. Es war fast auf den Tag genau 1 Jahr her, als wir das letzte Mal dort ware. 1 Jahr. Obwohl wir eigentlich noch überlegt hatten, länger in Berlin zu bleiben ;-). Warum? Gefühlt waren wir alleine im Hotel und haben ein Upgrade vom Dopperzimmer zur Suite bekommen. Da hätte ich es auch noch länger aushalten können…. Aber natürlich haben wir die restichen Tage in der Lausitz verbracht. Sonntag ging es dann wieder heim. Dann 2 Tage arbeiten, wie schon die Woche davor und dann wieder 3 Tage Urlaub. Meine Patienten denken inzwischen bestimmt, ich arbeite nur noch Teilzeit. Aber eigentlich war das ja so alles nicht geplant. Lufthansa hat Schuld. Grrrrrr. Welcome back Nr. 2 stand nämlich an. Nur Lufthansa meinte, es wäre doch spannend den Heimflug von Julia von Donnerstag auf Freitag und dann doch nochmal auf Mittwoch verschieben zu müssen. Wir also immer fleissig die Patiententermine am hin und her schieben. Der Rekord in der Lufthansa Hotline war 1:50h!!!!!. Nur um mir dann in 30sec. zu sagen, dass könne man heute nicht machen und ich soll morgen wieder anrufen….. Es ging um Julias Sportgepäck, dass wir natürlich schon beim Hinflug für den Rückflug mit angemeldet hatte. Aber bei Lufthansa wird dieses bereits gebuchte und bestätigte Zusatzgepäck bei Umbuchungen nicht mit übernommen und ich musste es jedesmal neu bestätigen lassen…. Aber dann war es soweit. Der Flug zurück konnte starten. Zwar mit über 2 Stunden Verspätung aber er startete dann wirklich :-). Online verfolgten wir ihn. Ein Dank an die moderne Technik. Nach 10 Monaten war die Family wieder vereint.

Alles in allem wäre Julia am liebsten dort geblieben. Das Leben und die Menschen habe ihr doch sehr zugesagt. Wobei man aber erwähnen muss, dass sie nicht den Leistungsdruck in der Schule hatte, wie ihre Mitschülerinnnen oder ihre Gastschwestern. Es war der allerbeste Zeitpunkt, dieses Auslandsjahr zu machen. In der Schule hier hat sie eigentlich nix verpasst. Aber sie ist erwachsener zurück gekommen. Genau das war unser Plan ;-). Und jetzt darf sie sogar ganz alleine Auto fahren. OMG 🙂 🙂 :-). Wie die Zeit vergeht. Ob 10 Jahre oder 10 Monate.

Orientierungslosigkeit beim Triathlon

Triathlon ist ja eine tolle Sache. Unter Anderem weil man nicht nur einfach Sport macht sondern gleich 3 mal Sport macht 🙂 .
Da das mit dem Triathlon die letzten Monate eher wenig bis gar nicht war, hatten „The Ironman“ Peter (er hat schon mehr als 50 mal einen Ironman gefinished 😯 ) und ich die Idee, doch einfach so eine Art Trainingstriathlon zu machen. Gerade für diejenigen, die in diesem Jahr noch einen Ironman machen wollen, wäre es günstig vorher mal eine Art Formtest zu haben. Und außerdem macht es einfach Spaß mal mit etwas mehr Tempo durch die Gegend zu düsen 😀

Für so einen Triathlon braucht man 5 Dinge.
1. Einen See zum Schwimmen
2. Eine Radstrecke
3. Eine Laufstrecke
4. 1-2 Helfer und 1 Organisator
5. Athleten

Der See war schnell gefunden. Knapp 40 km von hier gibt es den Losheimer See. Bis vor einer Woche noch ars…kalt, aber glücklicherweise in den letzten warmen Tagen doch auf angenehme 19- 20 Grad aufgewärmt.
Die Radstrecke war nur bedingt Helge-tauglich, hatte sie doch keine nennenswerten Höhenmeter. Insgesamt so um die 500. Allerdings kann man sich auch müde machen, wenn man gut 80 km einfach nur „drücken“ muss. Weil, kein Anstieg bedeutet ja auch keine Abfahrt. Also einfach nur 80 km in die Pedale treten. Die Radstrecke führte vom Losheimer See nach Mertesdorf.
Die Laufstrecke war die 10 km Wendepunktstrecke vom Ruwer-Radweglauf.
Die Helfer waren Frank, Miriam und Andi. Sie fuhren die Autos von Losheim nach Mertesdorf, achteten unterwegs darauf, dass niemand verloren ging, und reichten Verpflegung.
Peter kümmerte sich um die Orga, es gab sogar eine Ausschreibung 🙂
Die Athleten waren Peter, die weltbeste Physiotherapeutin Gabi, Terminator Bernd, die fröhliche Eva, die angehende Ironwoman Kessie und ich.
Karina war leider nicht dabei, aber nicht wegen Unlust, sondern weil sie ihr ganz eigenes und viel größeres sportliche Abenteuer hatte. Davon wird sie noch ausführlich berichten.
Soviel vorweg: wir sprechen sie jetzt mit „OH MEIN GOTT“ an 😆

Startzeit: Sonntag 7:15 Uhr im Losheimer See
Distanz: 2 km Schwimmen – 80 Km Rad – 20 km Laufen

Das Schwimmen: 2 km nach GPS Uhr. Bernd als erfahrener Losheim-See-Schwimmer bekam die Pinkfarbene Boje um, weil er am ehesten wusste, wie wir Schwimmen sollten damit wir auf 2 km kommen. Alle paar 100 Meter wurde auf alle gewartet, es ging hier eher weniger um Schwimmzeit als mehr darum, das alle zusammen irgendwie durch den See kamen 😆
Was ein Glück für mich. 🙄
Ich bin die letzten Wochen dank der offenen Schwimmbäder in Luxemburg wieder regelmäßig geschwommen. Das klappt auch schon wieder ganz gut. Aber das Schwimmen im See ist einfach eine ganz andere Hausnummer. Weil, man muss sich orientieren und wenn möglich gerade auf einen Orientierungspunkt zuschwimmen. Samstag war ich dann mit Andi zum Probeschwimmen in Losheim. Das erste Mal See seit vielen Monaten. Und ich war wirklich völlig schockiert, wie wenig von meiner Fähigkeit, im Freiwasser auf einen fernen Punkt zuschwimmen zu können, übrig war 😯
Ich sage nur: so muss sich ein Pinguin mit einem schweren Alkoholproblem fühlen 😀
Aber egal, zum Glück gab es Bernd mit der pinkfarbenen Boje und so fand ich zum Schluss, genau wie alle anderen Athleten, wieder lebend aus dem Wasser 😆
Andi hat auch durchgezählt: 6 Athleten gingen ins Wasser – 6 kamen wieder raus. Also kein Verlust 😛

Das Radfahren: Der Wechsel hatte jetzt auch nicht unbedingt Wettkampfcharakter. Das fing schon mit einer Eva an, die freudestrahlend aus dem Wasser kam und sagte: „Oh das Schwimmen war richtig schön“ 😀
Tja, da sage mal Einer Triathleten sind verbissen und ehrgeizig. Gestern habe ich mal wieder gesehen, dass wir es einfach nur lieben, Sport zu machen. Herrlich!
Irgendwann wurden wir aus der Wechselzone „geschmissen“ (unseren Helfern dauerte das alles zu lang) und dann ging es auf die Radstrecke. Peter hatte die Strecke ausgesucht und geplant und alle nötigen Infos dazu verschickt. Gabi und ich waren die Strecke vor ein paar Wochen auch schon Probe gefahren. Auf dem ersten Teil der Strecke gab es die Höhenmeter, aber keine Anstiege, sondern eher welliges bis leicht ansteigendes Gelände. Der zweite Teil der Strecke war dann nur noch flach bis abfallendes Gelände.
Die Radstrecke bestritt dann jeder auch für sich selbst. Im richtigen Wettkampf muss man auch allein fahren. Und bei mir kam tatsächlich sowas wie Wettkampf-Feeling auf. Es war einfach nur cool. 😎
Einmal hörte ich plötzlich, dass jemand hinter mir fuhr. Im Windschatten 😯
Ich drehte mich um und wollte schon losmeckern, da sah ich, dass es ein anderer mir unbekannter Fahrer war. Mit Trekkingrad. E-Bike ❗
Ich nur: „Echt jetzt!?“
Er: „Tschuldigung!“
Tssss, haben E-Bike Fahrer jetzt gar keine Schmerzgrenze mehr? 😆
Ansonsten verlief die Radstrecke ohne besondere Vorkommnisse. Glücklich und zufrieden kamen 6 Athleten nacheinander in Mertesdorf an. Wieder war keiner verlustig gegangen 😉

Das Laufen: Der Andi wollte für mich 20 km laufen. Weil 20
km auf Asphalt trau ich mich ganz einfach noch nicht. Obwohl es die letzten
Wochen echt gut „läuft“. Aber Asphalt und flach bin ich auch gar
nicht mehr gewohnt und jetzt irgendwie was riskieren macht wohl so überhaupt
keinen Sinn. Ich tigere ja normalerweise so mehr im Schleichtempo durch den Wald die Berge rauf und runter 😆
Also lief Andi sozusagen als mein Staffelpartner.
Allerdings wollte ich auch nicht „nicht“ laufen. Also ging ich auch
auf die Laufstrecke, um einfach mal 10 km zu laufen. Und irgendwie konnte ich
auch diesen Wettkampfmodus nicht abschütteln, ich lief die 10 km in etwas mehr
als 56 Minuten, was ich mir vorher jetzt so mal gar nicht hatte vorstellen
können. Kurz überlegte ich noch weiterzulaufen, weil es einfach so unglaublich
toll war, aber ich wusste einfach nicht, wie meine Hüfte am Ende diese
ungewohnte Asphalt-Rennerei verkraftet und habe dann an meinem ursprünglichen
Plan festgehalten. 🙂
Am Ende kamen 6 Athleten ins Ziel, also auch auf der Laufstrecke war niemand
verloren gegangen 😆

Ach, was soll ich sagen. 6 zufriedene Athleten
(eigentlich 7, denn Andi ist ja beim Laufen auch zum Athlet geworden). Ein
tolles Rennen! Tolle Helfer! Und ein toller Organisator Peter! Und natürlich
eine köstliche Zielverpflegung 😆
Einfach schön, wenn man sowas mit Freunden erleben darf. 🙂
Das hat Spaß gemacht. Und ich habe mich richtig gut gefühlt. Und bin mega
zufrieden. Naja, gut, an der Orientierung im Wasser muss ich wohl noch
arbeiten. Aber jetzt kann man ja wieder regelmäßig in den See ohne zu erfrieren!

Auszeit

Ich war mal ein paar Wochen weg! Weg vom Bloggen und Kommentieren. Zwar habe ich hier und da auf anderen Blogs mitgelesen, aber mehr auch nicht. Die Arbeit hat mich einfach zu sehr eingespannt und die fehlenden Fluchtmöglichkeiten haben es nicht besser gemacht.
Ich will aber hier nicht jammern, meine Arbeit macht mir Spaß. Es war halt nur ein bisschen viel die letzte Zeit. 😐

Vor ein paar Tagen dann starteten wir in unsere wohlverdiente Auszeit in die Schweiz. Die Wetteraussichten waren ätzend, aber stellten sich als völlig falsch heraus. Wir wurden nur ein einziges Mal nass und das auch nur auf dem Rückweg unserer Tour. Ansonsten gab es nachts oft Schnee, der im Laufe des Tages in der Sonne wieder dahin geschmolzen ist. Die Tage in den Bergen waren einfach unglaublich toll. Aufgrund des noch vielen Schnees in den oberen Regionen (ab 1700 m lag noch richtig viel Schnee) lernten wir mal andere Strecken und Regionen kennen.
Die Berge konnten mir sogar Schnee als toll verkaufen 😆
Die Berge haben mich wieder verzaubert.

Und trainiert habe ich natürlich auch in den Bergen. Und meistens haben mich ein gut gelaunter Andi und seine Sprüche begleitet:
„Muss ich schon wieder mit dir Granate trainieren?“ 😯
„Ich fall gleich vom Rad!“ 😕
„Ich brauch dringend einen Ruhetag!“
„Da hoch? Echt jetzt?“ ❓
😀 😆 😈

Und dann war da noch das Bloggertreffen mit Elke und Chris, Catrina und Kai und Manfred. Auch wenn das Wetter nicht bestens war, die Gesellschaft war es in jedem Falle 🙂
Die Wanderung war zwar kürzer als geplant, aber die Landschaft trotzdem wunderschön. Und unsere Gespräche konnten wir dann in der Hütte bei einer zünftigen Brotzeit weiterführen. Ein richtig schöner Tag unter Freunden. 🙂

Den Rest unserer Auszeit erzählen die Bilder (die letzten 3 haben Elke, Chris oder Catrina gemacht 🙂 )