2 wichtige Dinge – ganz kurz

Eigentlich wollte ich noch von meinem zweiten Triathlon Abenteuer in diesem Jahr schreiben, aber das muss warten. Eigentlich wollte ich auch einige tolle Beiträge von anderen Bloggern kommentieren (lesen auf dem Handy ist ok, aber schreiben ist mir zu nervig), aber das muss warten. Eigentlich müsste ich dringend mal meine Wohnung putzen, aber auch das muss, wie so vieles Andere im Moment, warten.
Es ist Black- Week, die Cyber 5 days nahen, seit Wochen ist die Hölle los. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Also muss alles warten, oft auch das Training. Aber zwei Dinge der vergangenen Woche muss ich jetzt hier verewigen. In Helge untypisch wenigen Worten.

Punkt 1: Ein Orden für Karina
Karina hat Schulter und Hüfte. Also kann sie grad nicht schwimmen und nicht laufen. Statt faul zu Hause auf der Couch das Leben zu genießen, steht sie seit 3 Wochen jeden Donnerstag im Schwimmbad am Beckenrand um Frank und mir das Schwimmen (wieder) beizubringen. Korrektur, Technik, Korrektur, Schnelligkeit, Korrektur …. Gut, vielleicht ist es nicht so ganz selbstlos, schließlich bekommt man von meinem momentanen Gegurke im Wasser sicher Augenkrebs, aber sie könnte ja einfach die Augen schließen 😆
Tut sie nicht. Sie stellt sich einfach ne Stunde da hin und jagd uns durchs Wasser. Einfach so. Und so fühlt es sich langsam wieder wie schwimmen an. Und sieht wohl auch langsam wieder so aus!
Soviel selbstlose Freundschaft muss man einfach mal erwähnen.

Punkt 2: 10,7 km für die Seele
Gestern war der Uewersauer Trail in Luxemburg, bei dem wir bis 2019 so ziemlich jedes Jahr dabei waren. Andi lief gestern die 33 km Variante und ich kann nur Staunen wie er mit seinem Minimaltraining diese Strecke mit knapp 1000 HM ohne Totalausfall meistert.
Das muss Talent sein, weil Fleiß ist es nicht 🙄 Wäre der Kerl mir nicht so sympathisch, wäre ich echt neidisch. 😆
Aber sein Lächeln danach ist unbezahlbar.



Ich lief die 10,7 km mit nur fast genau 400 HM. Nach einer Woche fast Dauerarbeit und keiner Zeit für Wald, frische Luft, Sport oder sonstwas, war das gestern die Befreiung schlecht hin. Nach 4 km bergab, die ich relativ genervt (wegen meiner Unfähigkeit bergab zu laufen) aber eben auch relativ ausgeruht hinter mich brachte, begann der eigentliche Trail. Mit wunderbaren Anstiegen, schmalen schlammigen Trails, Bachüberquerungen, Steinklettereien und all den so wunderbaren traileigenen Features. Bis hin zu dem langen wunderbar schlammigen Anstieg zurück aufs Plateau.
Ich lief ohne Zeit, ohne Vorgaben (der Trainer schrieb mir nur, ich solle Spaß haben), ohne Kummer und ohne Sorgen und so hatte ich nach 10,7 km die Seele und den Körper von allem Stress der letzten Wochen befreit. 😎
Während ich auf Andi wartete schrieb ich Karina: Ich bin nicht weit und nicht schnell gelaufen, aber es war total schön 🙂
Würden die Menschen alle im Wald laufen oder überhaupt laufen, gäbe es viel mehr glückliche Menschen 😀

Jetzt muss nur noch dieser kranke kollektive Kaufrausch vorbei gehen. Dann komme ich wieder zu den wichtigen Sachen im Leben.
Andi fragte gestern abend: „Schatz, wie sieht denn dein Plan für die kommende Woche so aus?“
Meine Antwort: „Überleben“!
😆

Geistige Umnachtung x 2

Ja, was Karina kann, kann ich auch. Zumindest was Überschriften angeht und wenn es um völlig bescheuerte Einfälle geht. 😆

Im Mai hatte ich meinen letzten Beitrag geschrieben. Das Jahr war bis dahin eher unsportlich gewesen, aber das wollte ich ändern. Aber dann kam das Leben dazwischen. Wobei in dem Fall eher der Tod dazwischen kam.
Im Juni verstarb meine Mama. Und auch wenn sie schön älter war und auch wenn ihr zwar unerwarteter aber schneller Tod eher ein Segen war, irgendwie hat es mich ziemlich aus der Bahn geworfen. Es war eben die Mama. Sie wird immer fehlen.

Irgendwann ging ich dann wieder zum Lauf- und Schwimmtraining. Meine Leistungen auf dem Rad sind im Moment mittelmäßig bis schlecht, aber beim Laufen und Schwimmen bin ich sehr viel näher an rückwärts als an vorwärts dran 🙄 Letzteres muss ich tatsächlich bestätigen, hihi. (Irgendwie finde ich das Pink nicht mehr ). Helge ist zwar immer noch schneller als viele Andere, aber im Vergleich zu den letzten Jahren… und eine Aufforderung nach intensiven anstrengenden Schwimmtraining ist wie ein Weihnachtsgeschenk für mich 🙂 .
Also was tun? Es braucht ein Ziel. Also meldete ich mich Ende August bei einem kleinen Triathlon in der Region an.
300m Schwimmen, 20km flach Rad und 5 km Laufen. Das sollte ich irgendwie schaffen. Gut, mit bisherigen 48 geschwommenen Km in 2022 und 248 gelaufenen Km (ich bin aber auch fast 200 km gewandert in diesem Jahr), sollte man auch so eine kurze Distanz nicht unterschätzen. Aber es geht ja nur um Spaß.
Und Karina war sofort mit dabei beim Blödsinn. Also anmelden und dann wenigstens die verbliebenen 3 Wochen noch sowas wie Training.
Beim Schwimmen mit Karina, was mir zugegeben auch im desaströsen Trainingszustand mega Spaß macht, bedeutete das, Schwimmen bis die Arme aufgaben. Beim Laufen bedeutete das, mal mehr als 5 km laufen und zwischendurch auch mal mit schwerer Atmung (Geschwindigkeit von ultra langsam zu mega langsam erhöhen). Na und Radfahren …. egal, 20 km würde ich definitv schaffen.
Interessant für mich: gleichzeitig zur Anmeldung erschien ein Grinsen auf meinem Gesicht und eine unglaubliche Vorfreude machte sich breit, welche auch durch Karinas Schwimm-Trainingsprogramm mit drohendem Tod durch Ertrinken nicht verschwand.
Mit mir stimmt definitv was nicht. Das ist nichts Neues, Helge.

Wettkampftag: Ganz wie in alten Zeiten machten wir uns morgens auf den Weg nach Bad Sobernheim. Im Gepäck, wegen flach, unsere Triathlonräder. Seit 16 Monaten hatte ich nicht drauf gesessen, aber egal, wichtig war das gute Aussehen (der Räder! Wobei natürlich auch die Fahrerinnen gut aussahen). Das lenkt vielleicht von fehlender Geschwindigkeit ab.
Zum Glück hatte mir Karina auch noch gesagt, was man zum Triathlon alles mitnimmt. Irgendwie ist das letzte Mal schon so lang her.
Schon die Wechselzone einrichten und diese ganze Aufregung vorher waren einfach nur herrlich. Wie ein Anfänger stand man vor seinem Rad und den Wechselkram und überlegte minutenlang, ob man alles hat, alles an der richtigen Stelle liegt. Immer wieder wurde es überprüft. Wie halt vor dem allerersten Wettkampf. Die ersten Gespräche bezüglich unserer Räder liessen auch nicht lange auf sich warten. Schon am Parkplatz direkt nach dem Ausladen entdeckte ein kleines Mädchen die Räder und freute sich über das Pink. Ich sagte ihr dann noch, dass Helge Pinguine auf dem Rad hat und meines in der Sonne glitzern würde. Die Augen wurden immer größer. Ihr Papa hatte nur so ein „stinknormales“ „langweiliges“ Triathlonrad.
Geschwommen wurde im Freibad auf einer 25m Bahn. Wir waren gleich in der 2. Startgruppe und zusammen auf einer Bahn. Die Absprachen mit den anderen Starterinnen waren unkompliziert und so war klar, Karina startet als Erste, ich als Zweite und die anderen hinter uns. Kein Gedränge, kein nichts.
Ich versuchte auch gleich gar nicht an Karina dran zu bleiben. Das hätte vermutlich nach 50m zum Herzstillstand geführt. Mein Ziel war, knapp unter 6 Minuten Schwimmzeit zu kommen. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, das ich schneller kann.
Aber ich konnte. 😯 Und ich gewöhne mich langsam daran, Erste Frau aus dem Wasser zu sein. Cooles Gefühl.
Es war einfach wunderbar. Ich hatte irgendwie einen wirklich tollen Tag erwischt, es fühlte sich völlig unerwartet leicht an. Was ein Spaß.
300 m sind auch ohne Höchstleistung (von der war ich trotz gutem Tag noch ganze Universen weit entfernt) schnell rum und in der Wechselzone musste ich lachen, als ich Karina sah, die völlig entspannt auf dem Boden saß und ihre Radschuhe anzog.
Sie muss da schon eine halbe Ewigkeit gesessen haben, schließlich war sie eine halbe Ewigkeit vor mir aus dem Wasser. 😆 Na ich musste erstmal die kleinen Steinchen vom Weg zur Wechselzone von den Fusssohlen entfernen, Socken anziehen, was bei nassen Füssen „supereinfach“ ist und dann ja noch Schuhe anziehen. Manche haben die Schuhe schon an den Pedalen und ziehen sie während des Fahrens an, aber ey, DAS brauche ich nicht mehr. Dafür bin ich zu alt. Zumindest war ich noch vor Helge aus der Wechselzone…

Die Radstrecke war mehr oder weniger flach und man musste quasi permament wenden. Und treten. Irgendwie war mir vor lauter Spaß die Vernunft völlig abhanden gekommen. Mit einem viel zu hohem Puls und bereits nach 2 km bennenden Beinen, ignorierte ich einfach, dass ich das im Moment gar nicht kann was ich da machte. 🙄
Was eine Freude.

20 km flach auf dem Rad sind irgendwie auch schnell vorbei.
Zurück in der Wechselzone und in die Laufschuhe. Auf dem Rad hatte ich mir bereits tiefe Löcher in die Lunge gebrannt. Kaum auszudenken, dass man das noch toppen kann.
Ich konnte!
5 Tage vorher beim Lauftraining hatte ich echt mal versucht 3-4 km am Stück zumindest mal in einem 6 Minuten Schnitt zu laufen. Es fühlte sich völlig krank an und es war völlig aussichtslos, das Tempo 5 km zu halten.
Naja und dann biste halt beim Triathlon und dein Kopf hat so wenig Sauerstoff, dass du von diesen Geschwindigkeiten, die du angeblich maximal laufen kannst, gar nix mehr weißt.
Pech halt! 😆 So hat es sich bei mir auch abgespielt. Ich war im Ziel auch völlig erstaunt über die Laufzeit, die ich im Triathlon eigentlich gar nicht laufen kann.
Ich rannte los und war viel zu schnell. Und hatte viel zu viel Spaß, obwohl ich völlig fertig war. Bei km 3 war ich total alle, empty, leer, kaputt. Beine und Lunge brannten um die Wette und das Herz raste unkontrolliert. Aber 2 km gingen irgendwie noch.
Ich weiß echt nicht, wie das geht, aber ich lief die 5 (meine Uhr zeigte 4.86 km) km in einem Schnitt von 5:35.
Ganz ehrlich?
Das geht gar nicht. Da kann ich jedem mein Wort drauf geben.
😆 😀

Der Zieleinlauf war herrlich. Unglaublich wie gut sich so ein Triathlon anfühlt.
Was eine Freude wiedermal mit Karina in einem Ziel zu stehen. Inklusive anschließendem Kuchen/Nudel Essen und lustiger Heimfahrt.
Ein sehr schöner Tag 🙂 Und es bestätigt wieder, dass man wieder mehr so kleine „familiäre“ Veranstaltungen unterstützen sollte.
Der Beweis dafür, dass der Tag einfach nur schön war: wir haben kein einziges Foto gemacht. Einfach vor lauter Freude vergessen 😆

Und weil es so schön war, hatte ich direkt 1 Woche später wieder das Vergnügen. Davon berichte ich dann bald 🙂


Geistige Umnachtung

Wie beim letzten virtuellen Bloggertreffen schon erwähnt hatte ich mich im Zuge einer geistigen Umnachtung oder eines Anfalls von Wahnsinn für eine Olympische Triathlondistanz angemeldet. Ich wusste, dass die Radstrecke bergig ist aber nicht, dass sie die Strecke geändert haben. Jetzt ist sie bergig bergig, hihi. Naja, was soll es. Frei nach unserem Motto: Spass haben und vor allem gut aussehen. Ich wollte unbedingt mal wieder irgendwas triathlonmäßiges machen. Im Juni bin ich schon bei einer kleinen Sprintdistanz gestartet und was das erste Mal in meinem Leben „First out of water“ bei den Frauen. Am Ende konnte ich mich tatsächlich über einen AK Sieg freuen und diesmal waren es sogar mehr als 2 Starter in meiner AK, nämlich drei :-). So, jetzt aber zum schöner sterben am Bostalsee. Im Schwimmtraining berichtet ein Teamkollege von der Radstrecke, die extra abgefahren ist. Jetzt bekam ich doch etwas Angst. Als ich dann am Abend vor dem Triathlon nochmal pflichtbewusst die Ausschreibung las, entdeckte ich irgendwo zwischen den Zeilen, dass es auf der OD Cutzeiten gab. Na toll. Ich begann tatsächlich zu rechnen. Meine letzte OD war glaube ich in Hamburg vor gefühlt 100 Jahren. Und da war die Radstrecke quasi flach. Aber dann dachte ich mir, mach es wie beim Inferno, einfach ruhig beginnen und nicht in Panik versuchen das Rad über die Berge zu prügeln. Schliesslich warteten im „Idealfall“ noch 10km Laufen auf mich. Achso, schwimmen war auch noch vorher. Am Bostalsee angekommen sah man vor lauter Nebel gerade noch so den Bootsteg, von Bojen war weit und breit nix zu sehen.

Es hiess also warten. Ganz professionell liwf ich mich warm. Tolle Idee bei gefühlt 90% Luftfeuchtigkeit. Irgendwie schaffte ich es dann in meinen Neo. Ich hätte zwar auch ohne ihn schwimmen können, doch in einem See fühle ich mich sicherer mit Neoprenanzug. Mit einer Stunde Verspätung ging es los. Das Wasser war warm und sehr ich sage mal „unklar“. Die Bojen war jetzt sehr gut zu erkennen. Geschwommen wurden 2 Runden a 750m mit einem Landgang dazwischen. Ich fand schnell einen Rhythmus und schaffte es diesmal sogar den Weg in die Wechselzone zum Rad zu laufen. Meistens kann ich immer nur gehen ;-). Zu absolvieren waren 2 Radrunden. Wie immer wurde ich reichlich überholt. Auf der zweiten Runde wurde es dann auch etwas einsam, hihi. Obwohl gegen Ende kamen immer noch ausschliesslich Herren an mir vorbei und ich fragte mich, welche Schwimmzeiten die hatten. Ein Teamkollege erzählte mit später, dass er in seiner zweiten Schwimmrunde Schwimmer überrundet hat. Ich rechnete ein bisschen durch und merkte, dass ich auf jeden Fall genügend Zeitpuffer zum Cut hatte. Nach 35km und gut 800HM war das „Leiden“ zu Ende und ich durfte auf die Laufstrecke. Überraschenderweise kam ich total gut in einen angenehmen Laufrhyhthmus. Die Laufstrecke führte um den See herum und was wellig und größtenteils im Schatten. Auch hier mussten 2 Runden gelaufen werden. Das Schöne daran, relativ weit hinten im Feld zu sein ist, dass die Läufer sich immer wieder begegnen und gegenseitig aufmuntern und anfeuern können. Und ganz klar hat man dann im Ziel mit den meisten Beifall, weil es sind ja schon viel viel mehr Leute dort als bei den Ersten ;-). Hatte ich Anfangs noch befürchtet Letzte zu werden, lies ich doch noch Einige hinter mir. In meiner AK wurde ich 6. und in der Wertung der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft gewann ich Bronze. Man sieht, durchhalten lohnt sich. Auch ganz weit hinten kann man noch gewinnen.

Allerdings war ich total im A…. So ganz ohne gezieltes Training eine OD zu machen, naja. Nachdem ich zu Hause 2 Stunden auf der Couch verbracht habe, schaffte ich es dann noch, das Auto zu entladen ;-). Was man aber eigentlich ohne spzielles Training machen kann, ist eine Sprintdistanz. Die gibt es morgen. Zusammem mit Helge. Das wird lustig. Die Triathlonräder sind hervorgeholt und abgestaubt. Meines trägt noch stolz die schwarze Starnummer vom Triple beim Trumer Triathlon 2019. Ich will sie irgendwie aber auch nicht abmachen. Bis morgen lasse ich mir da noch was einfallen.