Mit Ausgleichsgewicht zum Risikofaktor mutiert

Die Spezies Triathlet hat es schwer in diesem Jahr. Keine Trainingslager wo man Kilometer sammeln kann und keine Wettkämpfe zum Kräfte messen. Bei dem Ein oder Anderen kommt da wohl Langeweile auf. So bei Bergziege Frank, der dann endlich mal umsetzt, wovon er schon seit einiger Zeit redet: Eine (großzügige) Umrundung Triers mit dem MTB. Genauer gesagt geht es um ca. 100km und ca. 2000HM.
Ich bin noch nie an einem Tag mit dem MTB 100 km gefahren. :- | Da ich aber für jede bekloppte Idee zu begeistern bin, will ich natürlich mit. Andi ist eher nicht bei jedem Blödsinn dabei, aber er ist ja der MTBer in der Familie und anscheinend hält er diese Tour für nomal. So normal, das er sogar den Schnitt errechnet und damit auch die zu brauchende Zeit. 😯

Na gut, ich bin skeptisch, auch würde ich gerne früher als 9 Uhr losfahren — ich finde einen 15er Schnitt mit dem MTB auf unbekannter Strecke über 100 km und über so ziemlich alle herumstehenden Hügel rund um Trier sehr sehr sportlich (nicht umsonst zählen MTB Km doppelt) — aber die beiden Herren überstimmen mich und außerdem ist das Wetter perfekt und ich freue mich einfach schon lange auf diese Tour und bin leicht zu überreden 🙂
Der Andi macht dieses Mal auch keine Kampfansagen. Im Gegenteil: er verbringt den Tag zuvor fast ausschließlich mit Essen. Warum genau weiß er nicht, aber er denkt, sein Unterbewusstsein weiß, was auf ihn zukommt und sorgt einfach schon mal vor. Oder wie er sagt: Wenn man mit 2 Granaten den ganzen Tag unterwegs ist, sollte man vorbereitet sein! 😆
Ich hingegen ziehe es vor mittags einen Salat aus dem Garten zu genießen, MTB im Regen zu fahren und Abends dann Schwimmen zu gehen. Für Essen bleibt da gar keine Zeit. Ach doch, ich esse noch viele viele viele Süßkirschen vom Baum im eigenen Garten. 🙄 Das werde ich bereuen. So viel ist klar.

Beim Packen unserer Sachen wird klar, das ich den Rucksack mit der Alternativ-Bekleidung und der Verpflegung trage und auch die Werkzeugtasche mit Ersatzschlauch, Werkzeug und allem anderen wird an meinem MTB befestigt. 😯
Als ich mal vorsichtig nachfrage, warum ich alles Gepäck tragen muss, sagt Andi nur ganz trocken: die jungen schnellen Pferde bekommen halt ein Ausgleichsgewicht. Damit die alten und langsamen Pferde mithalten können ❗
Echt jetzt? Gut, ich weiß wie das läuft auf der Pferderennbahn. Schließlich war ich in jungen Jahren Rennreiter. Und da Andi auch in meinem früheren Leben schon viel Zeit mit mir verbrachte, weiß Andi das auch. Aber was genau jetzt die jungen schnellen Pferde mit mir zu tun haben und damit, das ich jetzt alles auf unserer Tour schleppen muss, weiß ich natürlich nicht. Ich lege Protest ein! Allerdings ohne Erfolg 🙄

9 Uhr, die Sonne lacht, die Frisur sitzt (unter dem Helm). Bergziege Frank, Andi und ich starten in Trier um eben dieses zu umrunden. Man könnte das sicher auch mit dem Bus machen, aber es geht auch mit dem MTB 😆
Die Strecke ist fast immer traumhaft. Tolle Wälder, tolle Gegend, tolle Aussichten und überhaupt. Und alles ist dabei: Forstwege, Trails, unwegsame Auf- oder Abfahrten, Wiesen, Panoramawege, Feldwege, Wege durch Märchenwälder und sogar ein Dornenfeld welches meine Beine anschließend aussehen lässt, als hätte mich ein Hund angefallen. Manchmal müssen wir auch eine Straße queren oder durch einen Ortsteil fahren. Aber 90 % der Zeit sind wir alleine irgendwo im Nirgendwo. Und ich weiß so gut wie nie, wo genau das gerade ist 😆
Herrlich!
Andi hat wieder einen seiner „Ich fühle mich wie ein junger Gott“ Tage (die 5000 Kalorien vom Vortag wirken und tragen muss er ja auch nix 👿 ) und ich kämpfe die ersten 3 Stunden mit 1000 Kirschen im Bauch 🙄 und den ganzen Tag mit recht müden Beinen. Mir geht es gut, nur bekomme ich eben manchmal nicht so den richtigen Druck auf Pedal. Tsss … auf die jungen schnellen Pferde ist halt auch kein Verlass mehr 😀

Nach gut 40 Km gibt es eine Kaffeepause auf der Burg Ramstein. Ein Milchkaffee und ein O-Saft, irgendwie überhöre ich die innere Stimme, die nach Nahrung verlangt. ESSEN!!!!  Aber die Pause hat mir sehr gut getan, vielleicht auch das Wissen, das wir doch ganz gut in der Zeit liegen. Jedenfalls geht es nach der Pause recht gut weiter. Hoch und runter,  hoch und wieder runter und wieder hoch und wieder runter …. na ihr wisst schon 😎
Eine ganze Weile geht es entweder lang hoch oder steil runter, auf jeden Fall sinkt unser Schnitt teilweise auf 9 km/h … was ziemlich weit weg ist von 15 und man hört auch immer wieder Andi durch den Wald rufen wenn er uns ermahnt an unseren Schnitt zu denken 😆 Ab und zu verfahren wir uns mal, allerdings sind es immer nur kurze Strecken welche wir wieder zurück müssen. Ansonsten macht Frank mit seinem Garmin Gerät einen wirklich tollen Job 🙂

Nur einmal versagt es:

Sieht nach Verwirrung aus 😉

Irgendwann haben wir so ziemlich alle Berge und eine tolle Abfahrt hinter uns und ein Stück flach an der Mosel vor uns. Wir fahren in Trier Zewen Richtung Mosel und wollen dort dann zur Brücke, die uns nach Konz bringt. Dort sind wir im Wald mit Karina verabredet. Karina will Kaffee mitbringen. Sie ist beim Bogenschießen irgendwo im Wald wo wir auch vorbei kommen … Allerdings sind wir einfach zu schnell 🙄 Wir wären vor der vereinbarten Zeit dort und außerdem merke ich beim Fahren im Flachen das meine Konzentration ganz böse nachlässt 😯
Und ich merke, das ich dringend dringend was essen muss. Ich fühle mich völlig unterzuckert. Wir haben inzwischen 75 km und 1600 HM und ein Käsebrot scheint dann doch irgendwie zu wenig zu sein um den Diesel am Laufen zu halten. Ich brauche Kaffee und was im Bauch. Und ich lasse auch keine Zweifel daran, dass ich das  JETZT brauche 😀
Also folgt die zweite Kaffeepause und außerdem verspeise ich einen riesigen Schokokeks. Alleine das ich sowas einfach esse (normalerweise rühre ich sowas nicht an) zeigt Andi, das ich völlig ausgehungert sein muss. Wir füllen noch unsere Flaschen und machen uns an die letzte Etappe. Karina sagen wir leider ab. Wir liegen gut in der Zeit, aber ein schöner Hügel wartet noch und wir sind auch langsam alle müde. Es geht dann ab Konz gefühlt ewig bergauf, wahrscheinlich liegt das Gefühl von „endlos bergauf“ aber eher an müden Beinen und Müdigkeit generell. Wir sind fast oben als ich Andi frage, ob er noch Trinken für mich hat (meine Flasche ist schon wieder leer 🙄 ) Er gibt mir seine Flasche in der auch nur noch ein kleiner Schluck ist. Ich will sie ablehnen, weil dann hat er ja nix mehr. Da sagt er: Das ist bei mir egal, aber du bist ja hier das Sicherheitsrisiko!
😕
😐
🙄
Sooo schnell kann man also von einem jungen schnellen Pferd zum Sicherheitsrisiko mutieren 🙄
Es ist völlig normal, das die beiden Männers aller zwei Stunde ne Pause brauchen um einen Riegel oder anderes zu vertilgen und dann verlange ich EINMAL eine Pause und esse einen Keks, schon vermutet man ein Sicherheitsrisiko ❗
Na gut, ich lach mich kaputt und nehme mir vor, das die nächste Tour Andi mit Rucksack und Werkzeugtasche fährt 😈 😛
Aber wir erklimmen auch noch den letzten Berg (nicht ohne uns etwas zu verfahren) und dann geht es nur noch abwärts. Wir fahren durch den Mattheiser Wald und über Olewig runter nach Trier und zum Ausgangspunkt zurück.

Geschafft! 95.2 km und 1876 HM 😯
Hammer! Nach 30 Km hätte ich das nicht gedacht. Die längste MTB Tour die wir jemals gemacht haben. Das ist soooo cool 😎
Und meine Uhr zeigt für die reine Fahrzeit (also ohne Pausen) einen Schnitt von 14.3 km/h. Wow, das ist ja gar nicht mal so weit weg von 15 😆

Wir beenden  diesen wunderbaren Tag mit einem köstlichen Essen in unserem favorisiertem Asia-Restaurant. Natürlich nicht ohne vorher die Dusche zu nutzen und Franks Vorräte an Radler (0.0) und Wasser (ich glaube ich habe seine Leitung leer gemacht)  leer zu trinken 😆

Und wir haben schon die nächste Runde geplant. Weil wir haben einen Hügel (durch die Stadt ) ausgelassen. Man muss sich ja noch steigern können 😉 Also werden wir das nochmal fahren.
Und ich werde dann einfach mal die Kirschen weglassen am Tag davor.
Und mich dem Andi beim Essen anschließen.
Mal sehen ob ich den Ruf des Sicherheitsrisikos wieder loswerde 😀

 

 

Treibholz,

  • Bleiente
  • Flügellahm
  • Dampfer
  • Boje
  • und und und

solche und ähnliche Gedanken gingen mir gestern Abend durch den Kopf. Seit dieser Woche ist das Schwimmtraining wieder erlaubt. Dienstag Abend habe ich die Anderen erstmal testen lassen, wie es sich mit  den „neuen“ C-Regeln so schwimmt. Wobei die ja gar nicht neu sind. Finde ich jedenfalls. Abstand halten galt schon immer. Oder? Nichts ist nerviger als ständiges Füsse tätscheln. Kreisverkehr schwimmen? Haben wir schon immer gemacht. Ok, der ein oder andere renitente schon seit 50 Jahren dort Schwimmende ….. sieht das wahrscheinlich anders.

Ich würde dieses Schild für immer dort stehen lassen. Aber beim Vereinsschwimmtraining klappt das. Duschen und Haare föhnen bleibt allerdings verboten. Dank eines Friseurbesuchs am Mittwoch reicht bei mir 3x mit dem Handtuch über den Kopf rubblen – trocken – fertig! Gestern Abend  schwang mich also auf meinen Roller und cruiste Richtung Freibad. Im Bad sah es echt komisch aus. Den Mundschutz dürfen wir beim Schwimmen tatsächlich ablegen. Es sind Doppelbahnen abgespannt, gefühlt 50m breit ;-).  Genial. Wir verteilten uns mit jeweils 8 Leuten an jedem Ende der 50m Bahn. Dank der Breite klappt das Überholen sogar zu Dritt nebeneinander völlig problemlos. Als ich mir den Plan durchgelesen hatte war ich sehr froh, dass nicht wie dienstags jede Menge Schmetterlingsschwimmen darauf stand. Trotzdem staunten wir nicht schlecht, das da so Sachen wie mehrfach 50m Max Kraul usw. standen. Keine Ahnung, was der Trainer zu sich genommen hat, aber Papier ist ja geduldig und da der Trainer ja immer von einem zu anderen Ende sprinten musste, um den Gruppen die jeweilige Ansage zu machen, schwamm ich einfach so wie ich es angenehm fand. Und keiner merkt es. Ich bin mir auch hundertprozentig sicher, dass ich nicht die Einzige war, die das os gemacht hat, hihi. Nach 3 Monaten Schwimmpause Maximal schwimmen?  – ne also geht nicht, schliesslich muss ich am Freitag noch arbeiten und brauche meine Arme. Aber es hat trotzdem wahnsinnig viel Spass gemacht wieder durchs Wasser zu „gleiten“ oder zu „plätschern“ und all die Trainingskollgen mal wieder zu sehen.

Tempo? Kurz vorm absaufen ;-).

Am Ende standen 2000m auf der Uhr und ich fand das reicht für den Anfang völlig aus. Der Muskelkater* in den Armen ist da, aber erträglich und überdeckt so den Muskelkater vom Tempobahntraining am Mittwoch ;-). Und deshalb geht es heute zum Bogensporttraining. Denn mehr Muskelkater geht gerade nicht :-).   Am Ende versuchten wir noch Fotos zu machen, aber irgendwie ist allen das Chlor zu Kopf gestiegen und Präsi Helmut versuchte sich im Photobombing.

Helmut stand natürlich 1,50m hinter uns. Helge und ich sind quasi ein Haushalt.

*Muskelkater = ein lange nicht mehr erlebtes Körpergefühl, hihi.

Verhältnisse wieder geklärt

Es war langes Wochenende in Rheinland-Pfalz. Zumindest für die, die einen Brückentag genommen haben. Ich arbeite zwar für eine amerikanische Firma, aber ich arbeite in Deutschland im Home-Office und habe deshalb auch unsere Feiertage, so eben auch letzten Donnerstag Fronleichnam. Allerdings ist im Moment viel Arbeit und so habe ich auch keinen Brückentag genommen. Damit ich aber 3 Tage frei am Stück genießen kann, habe ich meinen Feiertag einfach auf Freitag verschoben 🙂

Andi und ich wollten den Freitag und das wunderbare Wetter dann auch gleich für eine längere MTB Tour nutzen. Andi war Donnerstag schon Radfahren und er muss sich wie ein junger Gott gefühlt haben, denn am Abend kam die Kampfansage: “Morgen werde ich bergauf das Tempo mal so richtig anziehen und dich richtig abhängen!” 😯
Unsere letzte Duathlon-Einheit an Tag 10 unseres Urlaubs scheint bei Andi ungeahnte Reserven freigesetzt zu haben. 🙄
Tja, dann mach mal Schatz! Hauptsache du wartest oben auf mich 😆
Unsere Tour führte uns zum Fünfseenblick oberhalb der Mosel und dann auf wunderbaren Trails durch den Wald und die Weinberge bergab nach Leiwen. Zwischendurch halfen wir einem E-Biker Pärchen auf den rechten (E-Bike-tauglichen) Weg und einem Rettungssanitäter eine verletzte Radfahrerin (der wohl leider niemand den E-Bike-tauglichen Weg gezeigt hatte) zu finden. Und in Leiwen gab es dann einfach mal eine wunderbare ungeplante Kaffeepause mit Erdbeerkuchen. Wunderbar.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Andi sich erstaunlicherweise immer hinter mir gehalten. Bergauf gar ein wenig abreißen lassen. Und die typischen Jammer-Sprüche waren auch manchmal zu hören. Hm … na gut, wahrscheinlich wartet er auf das große Finale zum Angriff? 🙂

 

Der Kellner im Kaffee fand es jedenfalls sehr erstaunlich das wir mit Rädern ohne Motor von der Mosel wieder in unser Dörfchen oben im Berg wollten. Er sagte nur: “Da hoch? Mit dem Rad? Aber da hat mein Auto doch schon Schwierigkeiten!” 😆
Also frisch gestärkt ging es wieder ganz hoch. Von ganz oben sind es dann noch 1.8 km Luftlinie nach Hause. Allerdings sollte man die zwei Täler und Berge noch erwähnen. Aus 1.8 km Luftlinie wurden auch wegen der Erkundungen von neuen Wegen 12 reale Km mit vielen Hm und ordentlichen Steigungen. Aber Andis Angriff blieb aus … hm … 😕
Ich hatte sogar das Gefühl er war ganz froh als wir alle HM hinter uns hatten 😈
Aber diese Tour war einfach herrlich! Wir haben wieder so viele schöne Wege gefunden. Traumhaft. Und wegen dem Regen ( wegen des Regens – der Dativ ist des Genitiv sein Tod – Deutsch kann Andi in jedem Falle besser als ich 🙄 der letzten Woche, der fast jede Nacht die Welt und den Wald erfrischt hat, ist der Wald im Moment eine Wucht. Das Grün ist von solch einer Intensität, das man sich manchmal im Urwald glaubt. Und es gibt sogar reichlich Matsch 😆

Ganz schön dreckig 🙂

Am Ende wieder das gewohnte Bild 😆

Nicht traurig sein Schatz! Auch ein junger Gott hat halt mal einen schlechten Tag. Oder trifft auf eine noch jüngere Göttin 😀

Samstag im Fitnessstudio gab es dann aber wieder den Dämpfer für mich: meine Maximal-Gewichte sind Andis Aufwärm-Gewichte 😐 .
Und beim Laufen am Sonntag lief er 2 km mehr als ich (ich hatte 12 himmlisch bergige Km 🙂 ) und brauchte dafür weniger Zeit.
Tja, wie gewonnen, so zerronnen.
Aber trotzdem denke ich, eine Kampfansage auf dem MTB wird es so schnell nicht wieder geben 😆
Schade eigentlich, so ein kleiner Wettkampf im Jahr der fehlenden Wettkämpfe ist doch irgendwie ganz lustig 😉