Erfolg stellt sich ein …

… wenn du das tust, was du liebst.

Die letzte Woche im Schnelldurchlauf:

  • Sonntag – 1 Woche vor dem X-Dua: Der Trainer hat mir auf den Plan den X-Duathlon Parcour geschrieben. Die ganze Strecke, aber im mittleren Tempo. 🙄 Ich breche nach Runde 3 der MTB Strecke ab. Bin völlig entkräftet. Und entmutigt. Die Strecke hat sich innerhalb der letzten Wochen in eine Schlammhölle verwandelt. Ich schaffe das nie ❗
  • Montag: Treffen nach der Arbeit bei Baywatch Barbie Nicole. 450 Starterbeutel packen
  • Dienstag: 1 Stunde Laufen. Meine Beine sind immer noch Blei. Ich könnte heulen. Mach ich aber nicht 😆
  • Mittwoch: Da lese ich den obigen Spruch. Er hängt beim Trainer zu Hause. Da bin ich, weil der Trainer wieder zum Leistungstest gerufen hat. Er macht so eine Testreihe und ich bin Testkaninchen. Leistungstest – 4 Wochen trainieren – Leistungstest. Es ist absolut irre, was 4 Wochen Training ausmachen 😯 . Leider versteht der Trainer meine an dem Tag guten Beine völlig falsch und meint, ich hätte für Sonntag nun keine Ausrede mehr 🙄
  • Donnerstag : Baywatch Barbie Nicole, Zahnfee Karina und ich machen 450 mal Startunterlagen fertig.
  • Freitag: Der Trainer hat mir 2 Stunden MTB aufgeschrieben. Na gut, ich vertrau ihm mal, er muss es ja wissen
  • Samstag: Rad putzen (da dreht sich nix mehr so schmutzig ist das) und dann auf nach Trier. Wettkampfbüro einrichten und dann kommen auch schon die ersten um sich nachzumelden oder ihre Startunterlagen abzuholen. Zum Glück ist Karina und Frohnatur Jutta bei mir. Abends schnell im Dunkeln das Rad nochmal Test fahren und dann falle ich völlig entkräftet ins Bett. Ich bin mir absolut sicher: Ich werde jämmerlich versagen am Race-Day ❗ .Aber selbst Schuld, Dummheit muss bestraft werden 😀

Dann, nach einer schlaflosen Nacht mit wirren Träumen von einer Helge, die mit dem MTB am Berg stecken bleibt und trotz aller Bemühungen nicht mehr vorwärts kommt, ist endlich Sonntag.

X-Duathlon:

Das DreamTeam zusammen mit der weltbesten Physiotherapeutin Gabi und meiner Tochter Pauli. Also wer bei uns im Büro keinen Spaß hat und keine Freude empfindet, ist selbst Schuld. 😆

Also schöner geht ja kaum

Trotz schlechter Bedingungen am Vormittag (es regnet, regnet, regnet …) haben die Starter der frühen Rennen Spaß und wir tun wirklich alles mögliche, um alle Probleme zu beheben. Aber die Zeit schreitet voran und ich verfalle so langsam in Panik. 😯
Ich wünschte ich wäre unabkömmlich in der Anmeldung, aber die 3 Damen machen das perfekt. Und dann erzählt mir Karina auch noch von ihrem Post und davon, das sie Live Berichterstattung macht 😯
Ich bin völlig kaputt, fühle mich krank, habe ein Kratzen im Hals, meine Beine tun weh und was sagt Gabi dazu: „Perfekt! Das sind ideale Voraussetzungen für ein super Rennen“!

Ich habe einen Ausnahmegenehmigung bekommen und darf mein Rad lang vor den anderen eingechecken 🙂

Und irgendwann kommt auch der Trainer und er und Karina zwingen mich dann endlich raus zum warm machen. So aufgeregt war ich glaube ich seit meinem ersten Start in Roth nicht mehr. Aber als ich dann mit dem Trainer (der startet auch, er ist ja auch ein Ass 😐 ) und den anderen schnellen Jungs warm laufe, ist das irgendwie auch wieder cool. Schließlich startet man nicht jeden Tag bei einer DM.
Meine Ziele sind klar definiert: Überleben! Wenn das klappt, dann wäre der vorletzte Platz gut. Und wenn ich länger als 3 Stunden brauche, verspricht Karina mir einen Tritt in den Hintern. Also werde ich versuchen schneller zu sein, weil Lust auf blaue Flecken weil Karina mich tritt, habe ich nicht  😆

Noch ganz schön sauber

Und dann geht es los. Hammer! ❗ . Die rennen los, als gehe es um deren Leben. 😯 Gut, damit habe ich gerechnet, ich habe mir eine Zeit für die ersten 5 km von 27-28 Minuten gesetzt. Auf keinen Fall schneller. Es sind keine flachen 5 km auf der Straße, es geht durch Modder und Matsch und Treppen hoch und runter, und es ist nur der Anfang, also Beine kaputt laufen, bringt gar nix. Ruck-Zuck bin ich ganz hinten, nur zwei noch hinter mir. Aber darauf bin ich eingestellt. Die Ente ist hinten fett. Und ich weiß was noch kommt. 😈
Und es fühlt sich plötzlich alles gut an. Die Aufregung ist irgendwie weg, die Helfer an der Strecke feuern an und die Sonne scheint. Ja, die Sonne scheint. Der Fluch, das man vor heimischen Publikum startet, entpuppt sich als Segen. Es ist einfach herrlich. Ich habe noch nie so oft an einem Tag meinen Namen gehört. Die Leute sind der Wahnsinn. Auf der zweiten Laufrunde überhole ich bereits Leute. Es gibt Leute die bereits jetzt die steile Treppe hoch gehen 😯
Ich brauche für die 5 km 26:35 und das ist zwar schneller als gedacht, aber ich fühle mich aus irgendeinem Grund gut. Haken dran! Teil 1 gemeistert.
Dann geht es in die Wechselzone und rauf aufs Rad. Direkt die erste Schlüsselszene: ein paar Meter nachdem man aufsteigen darf, kommt eine ganz kurze aber mega steile Rampe. Da kommt man nur hoch, wenn man genug Schwung hat. Also rauf aufs Rad und Vollgas. Cool, klappt, kurz danach verliere ich zwar beim Schalten die Kette, aber die ist schnell wieder drauf und ich mache mich an den ersten Anstieg. Mein Mantra: Geh es langsam an. Und ich mache das auch. Ich kurbel mich den zum Teil sehr steilen Berg hinauf. Und genieße die Stimmung. Überall Streckenposten die man kennt. Echt cool 😎

Der erste Abschnitt der Abfahrt ist einfach nur eine schmale Schlammgrube. Irre, der Schlamm ist dick und tief. Aber das war zu erwarten. Und das sind meine Bedingungen. Hoch konzentriert geht es an die Abfahrt. Und das macht Laune 😆
Dann, Ende der ersten Runde kommt nochmal ein eklig steiler kurzer Stich und da übertreibe ich direkt. 🙄 . Und sofort bekomme ich einen bösen Krampf im linken Bein. Aber mein Kopf lässt das nicht zu. Die Ansage an die Beine ist klar und deutlich: „Entweder ihr spielt mit und macht euren Job oder aber ihr leidet jetzt fürchterliche Schmerzen. Das Ding ist erst im Ziel zu Ende, keinen Meter vorher!“
Das wirkt. 😆
Tja, der Kopf ist der Boss!
Ich gehe, angefeuert vom Stadionsprecher Bernd (man fährt immer wieder an der Wechselzone vorbei und muss immer wieder diesen kurzen kleinen Stich hoch), immer noch verhalten auf Runde zwei, kann aber hier und da schon überholen. Die 18 jährige Starterin, die später dann ein paar Minuten nach mir ins Ziel kommen wird, flucht wie ein Rohrspatz. Wir fahren fast zwei Runden zusammen. Aber beim 3. Mal den Berg hoch, kann sie nicht mehr mithalten. Aber wenigstens kämpft sie sich durch. Andere hingegen geben auf. Als ich das 3 Mal oben ankomme, wird mir eines klar: ich schaffe das! Meine Beine fühlen sich schrecklich an, aber besser als erwartet. Und definitiv gut genau um diesen Anstieg nochmal zu meistern. Es ist, als wenn man plötzlich erkennt, das Frühling ist, obwohl eben noch der Winter war. Ich kann plötzlich nur noch grinsen. Und mache mich an die Abfahrt und plötzlich verliert mein Rad den Halt. Mein Schwerpunkt ist überall, nur nicht mehr da, wo er hingehört und das Rad drifftet durch den dicken Schlamm auf den Baum zu. In letzter Sekunde hab ich die Kontrolle wieder 😯
Oh man, was machst du denn hier? Konzentrier dich du blöde Kuh ❗
Erst als der Fahrer vor mir mich später fragt, wen ich denn gemeint habe, fällt mir auf, das ich das wohl laut ausgerufen hatte 😆
Ich hatte natürlich mich gemeint.
Das letzte Mal am Stadion vorbei! Das letzte Mal diesen elenden Anstieg hinauf. Jetzt gibt es kein Mantra mehr, jetzt wird einfach getreten, was die Beine hergeben. Und wieder wird überholt. Wenn man in der letzten Runde Leute überholt, dann weiß man sicher, das man nicht Letzte wird. Das ist so erleichternd. Ich nehme ein letztes Mal die Abfahrt, ganz konzentriert diesmal. Die letzte steile Kurve ist so dolle ausgefahren, das ich auf den Felsen zudriffte, aber mit dem Fuß kann ich mich dort noch kurz zurück in die Spur stoßen. Und dann fahre ich die Strecke zu Ende und kann es irgendwie überhaupt nicht fassen. Es fehlen noch 2,5 km Laufen, aber die würde ich zur Not auch auf allen Vieren bewältigen 😆
Seit so vielen Jahren bin ich bei diesem Wettkampf und sehe wie die Leute finishen oder aufgeben und immer träumte ich davon, das mit dem Finish auch mal zu machen. Und jetzt ist es soweit. 🙂
Glückseeligkeit befällt mich.
Meine Beine sind völlig verkrampft und völlig tot, aber mir ist es völlig egal. Rein in die durchgeweichten Laufschuhe und los. Ich sehe aus wie ein Schlamm-Schwein und fühle mich richtig wohl damit. Ich möchte eigentlich schreien so weh tun meine Beine beim bergab Laufen, aber leider muss ich lachen 😆
Und das letzte Mal die Treppe schaffe ich auch nur noch zum Teil laufend, aber egal. Als ich ins Stadion einlaufe, spielt DJ Gerd mein Lieblingslied. Was Stadionsprecher Bernd erzählt, höre ich zwar, aber verstehen tu ich es nicht, mein Kopf ist auf die Musik programmiert. Und so laufe ich , während  Kenny Loggins Heartlight durch das Stadion schallt, aufs Ziel zu. Und da sehe ich die Uhr 😯
Oh mein Gott! Echt jetzt? Ist das meine Zeit?

Schmutzig, fertig, glücklich

2 Stunden 15 Minuten und 57 Sekunden ❗
Und lang nicht Letzte. Nachdem im Ziel meine Uhr mir das Gleiche sagt, glaube ich es auch. Und auch wieder nicht. Im Training war selbst die 2:40 nie möglich.
Holla die Waldfee! Da hat der Trainer wohl Recht. Ich muss halt einfach mal raus aus der Komfortzone und mich was trauen. 🙄
Ich bin immer noch kein Ass, aber ich habe den Cross der Asse gefinished! Und habe eine tolle Finishermedaille. Und ich bin mega glücklich!

Na, Umarmung gefällig?

Nach dem Rennen:

  • ich versuchte Karina nicht zu dolle schmutzig zu machen beim gemeinsamen Zielfoto 😆
  • Als ich in die Dusche kam, schaute mich eine Starterin an und fragte nur: Du bist Helge, oder? Und dann erzählte sie, sie hätte so oft den Namen Helge an der Strecke gehört und hätte sich so gewundert, weil da gar kein Mann in der Nähe war. 🙄
  • Meine AK bei der DM war die am besten besetzte (8 Starter gemeldet). Zwei waren nicht am Start. Ich bin 4. geworden.
  • In der Wertung der Rheinland-Pfalz-Meisterschaften bin ich Zweite geworden. So musste ich sogar noch aufs Podium. Und Männer und Frauen mussten immer zusammen aufs Podium fürs Foto. Und da stand ich dann mit dem Trainer zusammen da oben 😆 . Einfach genial, das ich das mal erleben darf, mit dem 10 fachen Inferno Gewinner Marc Pschebizin zusammen auf dem Podium zu stehen. Alleine dafür hat sich der Start schon gelohnt 🙂
  • Nach Dusche und Siegerehrungen haben wir alles wieder abgebaut. Zelte, Wechselzone, Absperrungen, Wettkampfbüro. Kurz nach 20 Uhr waren Andi und ich endlich zu Hause. Ich war völlig fertig und glücklich.
  • Ich konnte nur starten, weil Karina, Paula und Gabi mir meine Aufgaben abgenommen bzw. leicht gemacht haben. Es ist so wunderbar, wenn man mit echten Profis arbeiten kann 🙂 . Perfekte Team Work! Danke
  • Die Helfer an der Strecke und überall waren unglaublich. Ich glaube nicht, das es bessere gibt 🙂
  • Erfolg stellt sich ein, wenn du tust, was du liebst ❗

Ach ja, mein Rad, das muss ich mal noch sauber machen …

Das hat sich doch mal richtig gelohnt

 

 

Live „Stream“

Hallo Ihr Lieben,

Die 2 (von 4 ) in der Anmeldung.

Morgen ist es soweit, Helge startet bei der Deutschen Meisterschaft im Crossduathlon. Da dieser vor heimischer Kulisse stattfindet, ist der Druck natürlich enorm 😉 hihi. Ich werde versuchen euch zwischendurch immer mal wieder ein Update über Instagram unter   ka.we.re zu geben. Der Empfang ist nicht so dolle :-). Mal sehen, ob es klappt.

Liebe Grüße Karina

Wuchtbrumme auf DM Kurs

Vor zwei Wochen war meine Tochter Paula da und wir schauten uns Bilder von früher an. Bilder vom Herbst 2010 in Kanada. Wunderschöne Landschaften, der Indian Summer in seiner schönsten Pracht, und dann das hier:

Die Tochter schaut nur ganz entsetzt und sagt: Mama, ich wusste gar nicht, das du mal so fett warst 😯 Weiterlesen