Ganz kurz die Spur verloren

Die letzten Wochen haben mich ganz schön geschlaucht. Ich in meinem „Home Office- Sonnenschein- das Leben ist schön“ Universum hatte Stress. Kommt selten vor, vielleicht habe ich auch deshalb so wenig Ahnung damit umzugehen. 🙄
Ich bekam ein neues Projekt, der von mir geschätzter Aufwand war 48 volle Arbeitstage. Die von unserem Partner gesetzte Deadline war der 28. Februar. Mitgeteilt wurde uns das am 15. Januar. Man muss kein Mathe Genie sein, um zu wissen, das zwischen dem 15. Januar und dem 28. Februar des selben Jahres keine 48 Arbeitstage liegen.
Aber da unheimlich wichtig, musste die Arbeit eben doch in dieser Zeit erledigt werden. Und das wäre mir auch total egal, wenn die Arbeit eben nicht gerade von mir erledigt werden müsste 😐
Lange Rede, kurzer Sinn: zuviel Arbeit für zu wenig Zeit, zu viel Sitzen, zu viele Sorgen. Und dann kam letzten Montag noch die Wade dazu 😯
Im Rumpfstabitraining beim Aufwärmen sollten wir Einbeinsprünge machen. Ich wusste genau, das es falsch ist. Es fühlte sich nicht gut an. Aber mein Hirn war zu müde um darauf zu reagieren. Und dann meldete sich die Wade wieder und es zog bis runter in die Ferse. Sofort beendete ich das Training, ich hatte auch keine Lust mehr auf Rumpfstabi, ich wollte nur heim und diesen verkorksten Tag vergessen.
Ich fühlte mich plötzlich total überfordert, war völlig frustriert und hielt die gesamte Saison für gescheitert (man man man, was ein Jammerlappen ich doch sein kann).
Aber zum Glück konnte Andi damit richtig umgehen: er servierte mir einen Schokoladenweihnachtsmann in schon mundgerechten Stücken auf einem Teller und so wurde ich zum Zucker-Streik Streikbrecher, was aber für mich als Streikender, Bestreikter und Gewerkschafter in einer Person völlig ok war 😆
Das ist 9 Tage her. Inzwischen sieht die Welt wieder völlig anders aus.
Warum?

  1. Das Projekt ist fertig. Am 23. Februar geht es live. 5 Tage früher als gefordert. Gestern war Meeting mit der Partner Firma und die teilten uns mit, das sie selbst ihren Termin nicht halten können. Die Deadline wurde auf Ende März verschoben. 😆
    Egal, ich hab die Arbeit erledigt und kann mich wieder dem chilligen Teil des Lebens widmen. Und dazu ist mein Chef noch mega zufrieden.
  2. Ich hatte so die Nase voll vom Sitzen, das ich mein Büro umgeräumt habe. Mein Arbeitslaptop ist jetzt fest auf dem Stehschreibtisch inklusive des großen Monitors installiert. Wenn ich sitzen will, muss ich auf den großen Monitor verzichten. Was ich nicht gerne machen. Also stehe ich den ganzen Tag. Schon 1 Woche reicht um zu sehen, das es eine mega gute Entscheidung war. Sitzen sollte verboten werden 😆
  3. Die weltbeste Physiotherapeutin hat eine leicht angeschlagene Achillissehne diagnostiziert und Laufpause und entsprechende andere Therapien verordnet. Jetzt geht es der Sehne schon viel besser. Am Sonntag soll ich mal antesten. Bis zum 8. März, dem Tag des X-Duathlons, werde ich wohl sehr wenig laufen, aber so alles nach Plan läuft, werde ich an den Start gehen. Dann muss ich halt auf dem Rad glänzen 😆
  4. Beim Schwimmen und Radfahren läuft es gerade richtig gut. Was bin ich froh, das ich Triathlon mache. 😀
  5. Ich habe schon die erste Rennradtour des Jahres gemacht!!! Am 15. Februar ❗ Hammer. Und am 16. Februar hatten wir X-Duathlon Streckenbegehung bei 18 Grad ❗ Da konnte ich tatsächlich ohne Heizsohlen MTB fahren 😆

Fazit:
Die Spur hatte ich nur für 2 Tage verloren. Dananch war ich wieder drin. Aber was bleibt ist eine nicht wirklich neue Erkenntnis: Stress tut nicht gut. Und Sitzen auch nicht. Also lasst uns Stress und Sitzen vermeiden 🙂

 

Vom Wetter, dem Zucker und dem Sport

Das Wetter

Der Winter in diesem Jahr ist irgendwie komisch. Mal kalt (meistens aber nicht) und Sonne ohne Ende (zumindest für die Glücklichen, die wie ich oberhalb der Nebeldecke wohnen 😆 ) , dann wieder Sturm und Regen, Regen, Regen. Dabei dann Temperaturen um die 12 Grad. Und das Ganze am Liebsten noch im 4-5 tägigem Wechsel. Das ist irgendwie seltsam. Kein Winter. Aber auch kein Frühling. Und sonst auch nix. Einfach nur seltsam.

Das beruhigende am Wetter aber ist: es ist halt so wie es ist und kann nicht geändert werden. 😊
Ich genieße Sonne, wenn sie da ist und ansonsten lebe ich meine Schwäche für Dreck und Schlamm hemmungslos aus 😆
Beides macht glücklich!

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Sprachlos. Unglaublich. Irre…

ach mir fallen glaube ich noch hundert Begriffe zum vergangenen Sonntag ein. Aber ich fange mal am Sonntag davor an. So langsam kehrt der Sportmodus wieder zurück. Dieses Jahr habe ich ja keine besondere Wettkampfplanung. In den Jahren davor hatte ich im Sommer quasi schon die Planung für das folgende Jahr fertig, incl. Anmeldungen, Hotelbuchungen etc. Vielleicht liegt es auch am Älterwerden :-). Man (Frau) wird gelassener? Ich werde einfach spontan entscheiden, wann ich was mache. Also Montag denken, da könnte ich vielleicht am Sonntag mal mitmachen. So in der Art etwa. So findet zum Beispiel immer im Januar ein schnuckeliges Mastersschwimmfest statt. Wie immer, war Andre´ mit dabei. Ich hatte für 5 Starts gemeldet. Schwimmwettkämpfe machen wirklich Spass – wenn man nicht immer so 1-2 Stunden Wartezeit dazwischen hat. Zwischendurch hatten wir schon überlegt, nächstes Jahr einfach alle angebotenen Strecken zu schwimmen. Das wären dann 11 an der Zahl. Natürlich werden wir das nicht tun, denn dann „müssten“ wir auch 100m Schmetterling schwimmen 🙂 🙂 🙂 und Brust und Rücken- was ich nicht wirklich gut kann. Obwohl. Ich könnte ja mal in einem Wettkampf nur Strecken schwimmen, die ich nicht gut kann :-). Naja, letzten Endes hatte ich plötzlich eine neue Bestzeit über 50m Schmetterling. Ausgerechnet die Strecke, die mir im Vorfeld tatsächlich Bauchschmerzen verursachte ;-). Ich war schon kurz davor, mich für diese Strecke abzumelden, weil ich mich für Schmetterlingsschwimmen total unfit fühlte. Aber wahrscheinlich war es dann doch eher diese „sch…egal“ Einstellung, die ich dann hatte. Einfach reinspringen und losschwimmen. Was soll schon passieren ausser einer schlechten Zeit. Die Welt geht davon nicht unter und ich muss meinen Lebensunterhalt nicht mit schwimmen verdienen. Am Ende war es ein sehr schöner langer Tag. Somit können wir nahtlos zum vergangenen Sonntag. Der noch länger werden sollte und total surreal endete. Also ich hatte ja schon berichtet, dass ich mich tatsächlich nach über 10 Jahren Wettkampfpause für die Landesmeisterschaften Bogenschiessen in der Halle qualifiziert hatte. Das allein war ja schon irgendwie cool. Vor allem weil es mein letztes Jahr in der Hauptklasse ist und ich nächstes Jahr in die Masterklasse wechseln kann 🙂 🙂 :-). Und so stand ich dann also in der Halle an der Schiesslinie. Im Vorfeld dachte ich noch, oh je, ich werde vor Aufregung zittern wie Espenlaub. So wie bei der Bezirksmeisterschaft im Dezember. Aber nix da. Klar etwas Aufregung war da. Aber nicht so schlimm wie erwartet. Ich stand da zund dachte wieder, was soll schon passieren. Ein Platz im Mittelfeld und eine Wiederholung der Ringzahl der Bezirksmeisterschaft wäre super. So weit so gut. Der erste Durchgang war ziemlich gut und ich lag auf Platz 11. Genügend Abstand zum 8. Platz, was eine Teilnahme am Finalschiessen bedeuten würde ;-). Julia sagte immer, ich soll ja nicht besser als Platz 9 sein, denn sie wolle nach Hause.

Hmmm, leider lief es aber irgendwie wie von selbst. Ich konnte es nicht verhindern, hihi. Doch hätte ich können, wenn ich mit Absicht daneben geschossen hätte. DAs macht man aber nicht ;-). Und zum „Leidwesen“ von Julia schwächelten unglaublich viele der Damen im 2. Durchgang und ich fand mich am Ende überraschend auf Platz 5 wieder. Ich war sprachlos und lief Kopfschüttelnd umher. Das letzte Finalschiessen hatte ich 2006 – ich habe extra in den Archiven gestöbert. Nach einer kurzen Pause begann also mein Viertelfinale. Ich trat gegen die Vierte der Vorrunde an.  Es werden immer 3 Pfeile geschossen und wer mehr hat bekommt 2 Punkte, bei einem Unentschieden jeder 1 Punkt. Wer zuerst 6 oder 7 hat, ist eine Runde weiter. Bei 5:5 gibt es ein Stechen – jeder muss einen Pfeil schiessen. Mit einem 7:3 schaffte ich den Einzug ins Halbfinale. Und da wurde mir auf einmal bewusst, egal was noch passiert, ich bin auf jeden Fall schon Vierte. Krass. Julia war völlig hin und her gerissen, da ich jetzt gegen ihre Kaderkollegin und Freundin antreten musste. Sie konnte gar nicht hinsehen :-).

Halbfinale gegen Lea

Dieses Match verlor ich 3:7 und so ging es ins Bronzefinale. Tja, was soll ich bloss sagen. Ich habe es tatsächlich 6:4 gewonnen. Gegen die Zweitplatzierte der Vorrunde. Bronze.

Bronzefinale

Trainerin Jutta und Julia waren mit den Nerven am Ende :-). Hinter uns auf der Bank sass der Bundestrainer Feldbogen ( Schiessen im Gelände bergauf, bergab usw. – habe ich sogar noch bis 2009 gemacht ) – den ich auch schon sehr sehr lange kenne. Er hat sich auch sichtlich gefreut und zu seinem Banknachbarn gesagt: „Da taucht sie einfach so nach 15 Jahren wieder auf, macht zwischendurch Triathlon und Marathon und zieht die anderen so ab.“  Wir mussten so lachen.

Da fällt einem nix mehr ein 😉

Auf der 3stündigen Rückfahrt sass Trainerin Jutta neben mir und schüttelte immer wieder den Kopf, so unglaubllich war dieser Tag. Für die Deutsche Meisterschaft reicht meine Ringzahl nicht. Auch deshalb war ich vorhin wieder schön brav beim Schwimmtraining. Weiter gehts, neue Abenteuer warten. Welche auch immer. Keine Ahnung. Sie werden kommen. Und zwar ganz spontan :-).