Schickimicki-, Gruppen- und Mental-Training …

oder 3 auf einen Streich!

Ich war dann mal weg! Die letzten 3 Wochen war ich nur mal kurz zwischendurch für 1 1/2 Tage zu Hause. Ansonsten in der schönen weiten Welt unterwegs.
Ich könnte jetzt schon wieder ein Buch schreiben über alles, was ich so erlebt habe, aber ich mache es diesmal wieder anders. Ich versuche mich ganz kurz zu halten und lasse die Bilder den Rest erzählen 😆

1. Streich: Schickimicki-Training in Madrid

Mein Chef rief mich mal wieder in diese schöne spanische Stadt. Die erste und einzige Großstadt, die ich richtig schön finde. Und weil ich ja ein Triathlet bin, bekam ich auch dieses Mal wieder eine Wochenkarte für den Edel-Fitnessclub um die Ecke, mit Schwimmbad, Zeitfahrrädern und jedem anderen erdenklichem Spielzeug. Und der Trainer im Fitnessstudio wusste auch warum ich bei einer Woche in Madrid auch 1 Woche Fitnessstudio brauche: „A triathlete can do everything! But never stop to train.“
Mein Trainer wusste natürlich Bescheid über meine Arbeitspläne in Madrid und hat mir 1 A Programme für Schwimmbecken, Rolle und Laufband/Crosstrainer geschrieben. Und so war ich also jeden Morgen um 6:30 Uhr im Schwimmbecken und anschließend auf so einer Zeitfahr- oder Laufmaschine unterwegs oder aber habe die unzähligen Geräte und Gerätschaften zur Muskelertüchtigung benutzt. Und da das Hotelzimmer im 9. Stock und das Büro im 8. Stock ist und ich kein einziges Mal den Fahrstuhl benutzt habe, kamen am Tag auch noch durchschnittlich 1200 Treppenstufen hinzu. Schließlich trainiere ich ja für die Berge. 😀
Den Rest der Zeit habe ich aber wirklich viel gearbeitet. Bis 21:00 Uhr Meetings, Schulungen und so Zeugs.
Weil ich nach meinen Erlebnissen im letzten Jahr (siehe auch hier ) dem Andi unbedingt die Stadt zeigen wollte, verlängerte ich meinen Aufenthalt dort und Andi kam einfach nach und wir verlebten ein paar wunderschöne Tage in Madrid (so richtig mit Kultur und so 🙄 ) bei herrlichem Sommerwetter.
Und Andi, der mich ja schon ein bisschen länger kennt, wusste schon nach 2 Stunden warum ich diese Stadt so mag: die Häuser sind alle in warmen Farben (orange, gelb, rot ), die Spanier sind das Gegenteil von reserviert und in sich gekehrt, man redet viel und laut und Essen ist KEINE Nebenbeibeschäftigung. 🙂
Madrid ist einfach schön!

2. Streich: Gruppen-Training im Schwarzwald

In der Nacht zum Dienstag waren wir wieder zu Hause und Mittwoch Nachmittag ging es weiter in den Schwarzwald. Tri Post Trier Trainingslager mit den üblichen Verdächtigen.
Es gibt dort eine wirklich-chillig Gruppe, die wenn möglich, jede Art von Höhenmetern vermeidet. Dann die Cappucino Gruppe mit Scherzkeks und Vereinschef Helmut. Und dann die Berggruppe mit Bergziege Frank und meinereiner. Uns schlossen sich Frohnatur Christian, der sympatische Überflieger Marius, die immer gut aussehende Rennmaus Carmen und in den ersten beiden Tagen Andi an. Am ersten Tag ging es zum Einrollen nur 100 km flach in den Kaiserstuhl. Gerade mal 500 HM. Schande! Und weil nach einem Lauf am Morgen, den 100 km flach und einem anschließendem Koppellauf noch soooo viel Zeit vom Tage übrig war, gingen wir auch noch Schwimmen. 🙄
Am zweiten Tag hatte Bergziege Frank eine etwas andere Tour geplant. Mal abseits der bekannten Anstiege und Routen. Die Tour hat er dann auch auf „Mal was anderes“ getauft und Christian’s Handy lotste uns einmal quer durch den Schwarzwald und zwar immer dort entlang, wo die steilsten Anstiege waren und Orte, die noch kein Mensch (wir jedenfalls nicht) gesehen hat 😯
Es ging rauf und runter im 15 Minuten Takt. Hatte ich schon mal erwähnt, das ich den Schwarzwald liebe?
Herrlich! Andi war es irgendwann zu viel. Er hat immer noch mit den Nachwehen seines Hustens zu kämpfen und wir waren in einer ganz ordentlichen Geschwindigkeit unterwegs. Er verabschiedete sich und fuhr allein zurück (hatte am Ende aber auch nur 10 km und 300 HM weniger). Keine Schande, schließlich waren das alles keine Pampelmusen mit denen wir da unterwegs waren. Da ist Abkürzen keine Schwäche sondern Vernunft 😀 Am Ende hatten wir nur 108 Km aber dafür 2500 HM auf dem Tacho. Und waren schon um so einiges müder als am Tag zuvor. Aber der anschließende Lauf ging natürlich trotzdem noch 🙂
Der 3. Tag starteten wir mit der Cappuchino Gruppe, ganz einfach, weil Scherzkeks Helmut den Weg kennt und uns dann irgendwo einen anderen Weg schicken wollte. So fuhren wir erstmal etwas gechillter als am Vortag, was aber sehr gut war, die steilen Anstiege steckten noch ganz schön in meinen Beinen. Außerdem war es ganz schön heiß. Aber nach 40 Km war ich warm gefahren. Da lief es wieder locker, flockig. Und irgendwann trennten sich dann die Cappuchino Gruppe von der Berggruppe und wir durften dann noch ein paar schöne steile Km fahren und zum Schluss noch einen Mega Ausblick vom Belchen genießen. Und ich konnte die Alpen sehen ! Hammer. Nach 141 km und 2500 HM waren wir wieder zurück im Hotel.
Ich musste feststellen, das die Berge im Schwarzwald geschrumpft sind im Vergleich zum letzten Jahr. Ich fühlte mich stark, selbst an den wirklich steilen Anstiegen. Trotz meines mega schweren Trainingsrades und Rucksacks (inklusive Powerbank, falls wir mal wieder Navigieren müssen). Bergziege Frank äußerte irgendwann, als wir so nebeneinander die Berge rauf radelten, seine Hoffnung, das die Tatsache, das ich neben ihm und nicht wie gewöhnlich hinter ihm fahre, auf meine gute und nicht auf seine schlechte Form zurückzuführen sind 😆
Und wir malten uns voller Vorfreude unser Finish am Schilthorn aus 🙂

3. Streich: Mental-Training in der Schweiz

So, Madrid ist wunderschön. Diese Farben, diese Lebensfreude. Der Schwarzwald ist auch wunderschön. Diese Berge, dieses Grün, so viel Landschaft und so viele tolle Menschen mit dabei.
Aber es gibt einen Ort auf dieser Welt, der raubt mir ganz einfach immer den Atem. Schon vom Belchen aus konnten wir die Schweizer Alpen sehen. Nur ca. 150 km entfernt. Schon da überkam mich eine unglaubliche Vorfreude. Weil am Sonntag, dem letzten Tag im Schwarzwald, gab es für Andi und mich keine übliche Abschlussrunde, sondern die Weiterfahrt nach Mürren. Ins Berner Voralpenland. Dorthin, wo mein Herz irgendwie festhängt 🙂
Und schon die Anfahrt ist für mich immer wie die letzten Stunden vor der Bescherung für ein Kind 😆
Bisher waren wir immer im August in der Schweiz. Anfang Juni präsentieren sich die Berge noch in einem anderen Licht. Ganz oben lag noch viel Schnee.

Wenn man als Inferno Starter 11 Wochen vor dem Inferno ins Berner Voralpenland reist, dann natürlich nicht zum Essen und Ovomaltine trinken.
Sondern zum Training. Glücklicherweise gehören Essen und Ovomaltine trinken dazu 😆
Andi hatte genug vom Radfahren, außerdem kann er den Abfahrten von den Bergen nicht wirklich was abgewinnen und dazu war es noch gut, jemanden zu haben, der mich zum Startpunkt fährt. Ich musste die Radstrecken alleine angehen. Gut als Mentaltraining.
Bei sengender Hitze machte ich mich an die Auffahrt nach Beatenberg. Es war so heiß wie ich es noch nie in den Bergen erlebt habe. Ich musste schon nach den ersten 800 von 2100 HM beide Flaschen wieder auffüllen. Und mir wurde wieder bewusst, das steil im Schwarzwald was ganz anderes ist als steil in den Alpen. Irgendwie haben die Schweizer andere Dimensionen 😆
Nach der Abfahrt hab ich mich dann in Interlaken mal so richtig verfahren und am Ende fand ich mich auf der falschen Seite des Brienzer Sees wieder. Ein Radweg mit Tücken. Da kamen Schilder mit „Achtung! Absteigen! 150 HM auf 300m“ 😯 Und dann kam irgendwann Schotter mit Wurzeln und Steinen … 🙄
Na gut, das eigentlich 10 km lange flache Zwischenstück der original Radstrecke hab ich einfach mal mit 400 zusätzlichen HM gewürzt, aber ich wollte ja auch trainieren. Da wird natürlich auch nicht abgestiegen, wenn da Rampen kommen, die gefühlt senkrecht in die Höhe gehen. Als ich endlich in Meiringen war, wo der 18 km lange Aufstieg zur großen Scheidegg beginnt, hatte es 32 Grad im Schatten und meine Flaschen musste ich schon wieder auffüllen. Ein bisschen machte ich mir schon Sorgen, ob meine Kraft für die über 1300 HM, die noch zu bewältigen waren, reichen würde. Aber eben nur ein bisschen. 😀
Es ist noch keine Saison in den Bergen. Ich war völlig alleine unterwegs. Zum Teil echt zum Fürchten einsam, aber inmitten einer Kulisse, die einfach sprachlos macht. Trotz dieser nicht nachlassenden Mittagshitze und trotz, das meine Beine noch müde vom Schwarzwald waren, war ich ganz schön flott unterwegs, musste nicht anhalten und bin auch das mehr als 20% steile Stück einfach gefahren.
Oben lag noch jede Menge Schnee, aber es war alles andere als kalt. Und es war wunderschön 🙂
Und die 13 km Abfahrt war einfach nur der Hammer!

Tag Zwei in der Schweiz gehörte der Laufstrecke. Andi wollte mich begleiten. Wir wussten, das wir wegen dem immer noch vielen Schnee nicht bis ganz oben laufen würden können, wollten aber einfach mal schauen, wie weit es geht.
Es war wieder mega heiß. Die Sonne schien uns braten zu wollen. Wir haben echt gelitten. Und so waren wir nicht böse, das wir kurz vor dem Allmendhubel wieder umdrehen mussten. Aber vorher haben wir noch die Sonne, das Leben und die Landschaft bei einer Pause auf der Wiese genossen 😆
Und weil wir früh dran waren, haben wir den Rest des Tages mit Ovomaltine und Eisessen verbracht 🙄
Man gönnt sich ja sonst nix! 😉

Tag Drei gehörte dann der MTB Strecke. Da war ich wieder allein unterwegs, aber Andi wollte die Serpentinen nach Wengen hoch mir entgegengelaufen kommen. Wieder ich mit dem Rad alleine, wieder Sonne und Hitze ohne Ende, wieder ein Berg 😆
Ach, ich liebe es 🙂
Wieder fuhr ich ohne Pause die 11 km hoch zur kleinen Scheidegg. Man überwindet dabei 1100 HM. Nur vor dem letzten Km, der einfach nur mega steil ist, hielt ich kurz an zum Kräfte Sammeln und um ein Gel zu nehmen. Für den Kopf. Als ich oben war, zitterten meine Beine völlig unkontrolliert. Das was Schweizer „Gut fahrbar“ nennen, nenne ich Martyrium 😆
Aber die lange Abfahrt auf der MTB Strecke wird immer mehr mein Ding. Ob ich auf meine alten Tage noch mutig werde oder aber ob es an den vielen Technikstunden im Winter liegt, jedenfalls hab ich immer weniger Sorgen auf dem steilen Weg bergab mit dem MTB.
Und die Sepentinen von Wengen nach Lauterbrunnen nehme ich fast schon im Schlaf. Andi kam sie hoch gelaufen und lief sie auch wieder runter. Unten dann überlies ich Andi das MTB und er begleitet mich auf meinem Koppellauf. Ziemlich cool, wenn man einfach so die MTB Schuhe und Laufschuhe tauschen kann weil man die gleiche Schuhgröße hat 😆 😎
Den Rest des Tages verbrachten wir dann mit Shoppen und Ovomaltine trinken auf dem Schilthorn. Am Abend zogen Wolken auf und es wurde merklich kühler.

Der Koffer mit den warmen Sachen für die Berge hat unser Auto erst zu Hause wieder verlassen. Wir haben Nichts davon gebraucht. Ich war 3 Wochen unterwegs und hatte 3 Wochen Hochsommer. Selbst in den sonst doch etwas kühleren Bergen.
Und ich fühle mich ganz schön fit.
Was das Gefühl wert ist, wird sich noch zeigen, aber die Trainingswoche im Schwarzwald und in der Schweiz hat meinem Kopf ganz schön gut getan 🙂
Ich denke meinen Beinen auch.
Und der liebe Andi hat mich supportet wo es nur ging. Ein Hoch auf den weltbesten Ehemann.
Und was soll ich sagen: Es war sooooooooooo schööööööööön 😆
Am Abreisetag kamen Regen und Kälte in die Berge.
Tja, wenn Engel abreisen …

Goldrausch

Wir leben ja in einer leistungsorientierten Gesellschaft. Viele Menschen beklagen sich über Leistungsdruck im Berufsleben und Stress im Allgemeinen.
Ich gestehe, in meinem Berufsalltag empfinde ich keinen all zu großen Leistungsdruck. Zeitdruck vielleicht hier und da mal, Kindergarten ist es jetzt auch nicht, aber das Gefühl, das mein Arbeitgeber Dinge erwartet, die ich nicht im Rahmen meiner Arbeitszeit leisten kann, kenne ich nicht. Wie will man auch die Leistung eines Programmierers messen?
Nimmt man da die Anzahl der Zeilen des geschriebenen Quellcodes oder die Anzahl der im Anschluss auftretenden Systemfehler?
Mein Lieblingskollege hat mich mal als weltbeste Programmiererin bezeichnet (die geschlechstspezifische Bezeichnung musste sein, damit klar ist, ER ist der weltbeste Progammierer 🙂 ) und das reicht mir seidem als Grundlage für eine Leistungsbewertung völlig aus 😆

Beim Sport ist das ganz anders. Da kann man Leistung ziemlich gut messen. Wenn man das möchte. Wettkämpfe sind eine Variante um rauszufinden, wie man so drauf ist. Ein Leistungstest bei einem Profi eine andere.
Ich hatte dieses Jahr ja schon 2 Leistungstests. Und nun sollte noch einer sein. Einfach mal um zu sehen, was 1 Trainingslager und 5 weitere Wochen Training so bringen.
Und so war ich also Mittwoch wieder beim Trainer und habe mich auf diese MESS-Maschine gesetzt und wurde an Pulsmessgerät und Atemmaske angeschlossen (da kann man nicht reden!!!!! 😯 ) und dann ging es los.
Ich hatte dem Trainer vorher schon berichtet, das ich mich gerade großartig fühle. Auf dem Rad fühlt ich mich jederzeit bereit, Bäume rauszureißen oder den Mont Everest zu erobern. Mal schauen, ob ich mir das alles nur einbilde, oder ob der Test das bestätigen kann.
Und er konnte! So sehr, das der Trainer quasi sprachlos war.
Meine aerobe Schwelle hat sich um 40 Watt nach oben verschoben 😯
Ich kann richtig schnell Radfahren ohne das meine Muskeln Laktat produzieren oder meine Kohlenhydratespeicher angezapft werden. Den im Test benutzten Vergleichsberg mit 11 km Länge und 770 HM (Schauinsland im Schwarzwald) könnte ich jetzt (rein theoretisch) 8 Minuten schnelle hoch fahren im Vergleich zu vor 7 Wochen 😯
Das ist absolut irre! So irre, das der Trainer mich fragte, wie ich das gemacht habe 😀
Meine Antwort war natürlich einfach: Ich habe einen guten Trainer und mache im Normalfall 1 zu 1 was er sagt 😆
Auf jeden Fall war der Trainer begeistert (und ich erst!) und wir wissen nun beide ziemlich sicher, das wir bisher wohl wenig falsch gemacht haben 🙂

Ebenfalls um Leistung ging es heute als Karina und ich pünktlich 10 Uhr im Konzer Stadion standen, um das Sportabzeichen abzulegen. Aber natürlich ging es erstmal um Spaß. Wir wollten einfach mal was anderes machen. Oder besser: Karina wollte, die Idee kam von ihr 🙂 Ja ja, ich bekenne mich schuldig. Ich wollte schon seit ewigen Zeiten mal wieder das Sportabzeichen machen. Jetzt gab es quasi vor der Haustür die Gelegenheit dazu. Helge musste ich nicht überreden, bei sowas ist sie natürlich immer dabei. Einige Male bekamen wir die Frage, warum wir das machen. Ganz einfach, weil wir immer weder für andere Herausforderungen zu haben sind. Immer nur schwimmen, radeln und laufen….  Mein letztes Sportabzeichen stammt noch aus der Schule – quasi unsere Bundesjugendspiele. Es wurde also wirklich mal wieder Zeit. 

Beim Sportabzeichen muss man je eine Disziplin aus 4 Kategorien absolvieren. Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination und Kraft. Wir hatten uns für 800 m Schwimmen, 25 m Schwimmen, Seilspringen und Medizinballweitwurf entschieden. Da wir das Ganze nicht auf die leichte Schulter nehmen oder denken, dass wir das mal ebenso machen, trainierten wir neben dem Schwimmen, Radfahren, Laufen auch immer wieder Seilspringen und Medizinballweitwurf. Ja, wir haben es wirklich mehrfach geübt. Hochsprung oder Weitsprung hatten wir auch überlegt, aber die Verletzungsgefahr war dann doch zu groß. Wir sind schliesslich keine 20 mehr.
Die ersten beiden Disziplinen waren mehr oder weniger geschenkt.  Die Zeiten, die man als Frau in unserer AK für Gold schwimmen muss, sind für uns keine Herausforderung. Die Alternativen waren ein 3000m Lauf, 10km Lauf oder 20km Radfahren im Bereich Ausdauer oder 50m Sprint, 200m Radfahren im Bereich Schnelligkeit. Das Seilspringen im Laufschritt mit 80 Durchschlägen ohne Unterbrechungen hielten wir erst für schwierig. Man bleibt an so einem Seil ja auch mal hängen. Und anstrengend ist das auch noch. Aber wir haben es beide im ersten Anlauf geschafft 🙂 Eine gewisse Anspannung war aber auf jeden Fall vorhanden. Wie geschrieben, kann man schnell mal Hängen bleiben. Gut, dass wir schon so alt sind, denn an Doppeldurchschlag oder Kreuzdurchschlag wäre zumindestens ich kläglich gescheitert oder hätte jemanden gebraucht, um mich wieder aus den Seilen zu befreien.
Beim Medizinballweitwurf brauchten wir dann beide alle 3 Versuche um über die geforderten 8 m zu kommen, aber auch das haben wir gemeistert.
Und dabei haben wir selbstverständlich auch noch gut ausgesehen 😆

Wir haben es tatsächlich geschafft in allen 4 Kategorien Gold zu erreichen und das war bis auf das Schwimmen wirklich kein Selbstläufer.

Wer sich selbst mal versuchen möchte:    Leistungsübersicht

Und weil wir noch nicht genug vom Sport hatten, sind wir nach einem köstlichen Mittagessen, das der zweitbeste Ehemann der Welt (aus Karina’s Sicht natürlich der beste 🙂 ) gezaubert hatte, noch mit Bergziege Frank Rennrad gefahren. Und bis das Gewitter und der Regen die Sicht trübten, fuhren wir durch eine wunderbar grüne Eifel. Einfach unglaublich schön die Welt, in der wir leben dürfen 🙂

Weitere Bilder von der Tour gibt es nicht, denn unsere Handys sind nicht wasserdicht. Aber wir wollen nicht meckern, schliesslich braucht die Natur dringend das Wasser. Aber kann die Natur das bitte auf einen Wochentag verlegen und nicht immer aufs Wochenende… Es macht keinen wirklichen Spass einen Berg entgegen einer Strömung hinaufzufahren ;-).

Windberge und Windbeutel

Frühjahr ist Trainingslagerzeit. Nun, da Gran Canaria dieses Jahr für mich nicht in Frage kam, blieben die Osterferien und die Lausitz :-). Ich wollte schon seit längerer Zeit endlich mal wieder flach fahren, hihi. Also ging es mit Kind, Rad und Bogen Richtung Eltern. Leider ohne Göga, der arbeiten durfte. Geplant war ein Doppeltrainingslager 🙂 : Julia – Bogenschiessen, ich – Radfahren und Laufen. Und am Ende der Trainingswoche gab es für jeden von uns einen entsprechenden Wettkampf. Was für ein Zufall 😉 . Tja, und wie es sich gehört, wenn Engel reisen – wir hatten perfektes Wetter – also bis Freitag Abend 🙂 . Am ersten Tag absolvierte ich einen schönen langen flachen Lauf. Ich machte einen Streckencheck der Laufstrecke des Triathlons am Sonntag.

Ich lief einfach mehrfach die 5km Runde und versuchte mir Steine und Wurzeln einzuprägen. Denn für gewöhnlich bekomme ich nach dem Radpart beim Laufen die Füsse nicht mehr ganz so hoch.  Ausserdem war ich im Wald ziemlich gut vor dem doch recht starken Wind geschützt. Am Nachmittag wurde es etwas besser. Julia und ich machten uns auf zu meiner alten Wirkungsstätte im Bogenschiessen. Mitten im Wald ist einer der schönsten Bogensportplätze der Republik angelegt. Dank Aufforstung inzwischen auch wieder windgeschützt. Ein „alter“ Weggefährte von damals und jetziger Vereinsoberchef leistete uns Gesellschaft beim Training. D.h. Julia trainierte und er schoss ab und zu mal, denn die meiste Zeit verbrachten wir mit quatschen.

Für den folgenden Tag verabredeten wir uns zum Rennradfahren – 55km und 170 Höhenmeter. Gefühlt waren es mindestens 1000HM – denn die Windberge waren echt anstrengend 🙂 . Aber ich war ja nicht zur Erholung dort. Immer schön Kette rechts! Und bloss kein Windschattenfahren – das kann ja jeder. Mittwochs ist immer Bahntraining angesagt. Da leider das runderneuerte Stadion mit einer tollen Tartanbahn der allgemeinen Öffentlichkeit nicht einfach so zugänglich ist, musste die alte Aschenbahn auf unserem alten Schulsportplatz herhalten. Dieser Platz wird nur noch als Fussballplatz genutzt, weshalb die Bahn inzwischen ziemlich bewachsen ist. Aber für mich reichte es trotzdem.

Unter den irritierten Blicken der Sportplatzkneipenbesucher und der Kleingärtner rannte ich Runde um Runde, mal schnell mal langsam. Nur das Lauf ABC lies ich weg, sonst hätte vielleicht noch jemand einen Arzt gerufen oder sowas ähnliches 😉 . Tag darauf ging es morgens ins Schwimmbad. Die Frühschwimmer waren anscheinend schon weg – ich hatte eine Bahn für mich alleine – genial. Beckencheck für Sonntag also auch erledigt 🙂 . Nachmittags gab es dann für Julia ein letztes intensives Training vor ihrem Wettkampf am Samstag. Bevor wir uns am Freitag in Richtung Strausberg aufmachten fuhr ich als letzten Streckencheck ein paar Mal die Radrunde und hoffte inständig, dass der Wind sich noch etwas legen würde. Ach, ich glaube ich hatte es schon erwähnt,  ich konnte die ganze Zeit in Kurz-Kurz trainieren, shoppen und Eis essen… Da Julias Wettkampf am Samstag schon um 9 Uhr startete, reisten wir also einen Tag vorher an. Schliesslich sollte man ja ausgeruht an den Start gehen. So war der Plan. Die ganze Woche über haben wir den Wetterbericht mit in Falten gelegter Stirn verfolgt. Es sollte den ganzen Samstag regnen und kalt werden. Bis Freitag Abend als wir kurzärmlig vom Abendessen ins Hotel zurückkamen wollten wir immer noch nicht der WetterApp glauben. Aber in der Nacht ging es los. Es regnete, donnerte, blitzte – an schlafen war kaum zu denken. Aber wie wir schon oft erlebt haben, sind das beste Vorrausetzungen. Als wir auf dem Platz ankamen, freute ich mich zum ersten Mal in dieser Woche, dass ich so viele warme Sachen eingepackt hatte. Schliesslich wollte ich diese ja nicht umsonst mitgeschleppt haben 🙂 . Inclusive Mütze, Schal und Handschuhe. Nachdem wir vorher noch bei Oma und Opa sämtliche Regenklamotten und Schirme geschnorrt hatten, bleib der Regen aus! Den ganzen Tag kein Tropfen. Ok, nach der Nacht konnte auch nix mehr übrig sein. Für Julia lief es sehr gut,  die Freiluftsaison läuft erst seit knapp 3 Wochen.  Am Ende belegte sie einen super 2. Platz. Gegen 19 Uhr machten wir uns dann wieder auf den Weg zurück zu Oma uns Opa, denn Sonntag war dann mein Tag 😉 . Nach einer weiteren kurzen Nacht der Blick aus dem Fenster. Trocken aber schw…kalt. Bestes Triathlonwetter also.

Gut, dass es nach dem Schwimmen im Hallenbad eine Unterbrechung von einer Stunde gibt, so zum Duschen, Föhnen, Stylen, Schminken und vor allem warm anziehen. Da zur gleichen Zeit der Spreewaldmarathon stattfand und die Temperaturen einstellig bleiben sollten, war das Teilnehmerfeld in diesem Jahr doch sehr sehr übersichtlich. Das war sehr schade, denn es gibt eine komplett gesperrte Radstrecke und eine sehr schöne Laufstrecke durch den Wald. Ich glaube es waren mehr Helfer an der Strecke als Teilnehmer. Aufgrund der wenigen Starter waren wir auch nur zu Dritt auf der Schwimmbahn. Da wir unsere Bahnen selbst zählen mussten, schwamm ich natürlich 50m zuviel 🙂 🙂 :-). Keine Ahnung, aber spätestens nach 200m bin ich immer raus mit der Zählerei. Ich merkte mir nur, dass ein Mitstreiter mich einmal überrundete und als er aufhörte schwamm ich halt noch eine Bahn – aber auch er hatte sich verzählt. Nur gut, dass sie die Zeit nach den 750m gestoppt haben und nicht die 800m Zeit, hihi. Dann ging es aufs Rad. Mein Ziel, nicht Letzte werden und nicht vom Führenden auf dem Rad überundet zu werden. Es hat tatsächlich geklappt. Als ich in meine zweite Radrunde startete, kam mir der Führende gerade entgegen. Als ich vom Rad stieg, wusste ich, es sind noch ein paar hinter mir und ich lief locker und ohne schwere Beine los. Meist brauche ich 1-2km um reinzukommen, aber diesmal lief es von Anfang an rund. Im Ziel war ich dritte Frau von leider nur 5 gestarteten.

Und um den Tag perfekt zu machen, gab es dieses Jahr sogar Medaillen – eine Sonderedition zum 111-jährigem Bestehen des Vereins Neptun 08 Finsterwalde e.V. . Ich hoffe, dass sie diesen kleinen familiären Triathlon “ Tria Hatz “ erhalten können und die Teilnehmerzahlen wieder steigen werden. Ich möchte auf jeden Fall nochmal dort starten. Insgesamt ein erfolgreiches Wochenende würde ich behaupten:

Und zur Belohnung gab es etwas, worauf ich mich schon die ganze Woche gefreut habe:

Lecker Windbeutel