Sorgen!?

Alle Welt macht sich dieser Tage Sorgen. Dabei gibt es einige Sorgen die ich sehr gut nachvollziehen kann. Andere wiederum nicht.

Sorgen, die ich nicht verstehe

Einige Menschen sorgen sich gerade um ihr verfassungsmäßiges Recht auf diverse Freiheiten. Was sind das für Leute die gerade auf ihr Recht bestehen? Haben deren Eltern ihnen nicht beigebracht, das die Welt sich nicht immer ausschließlich um sie dreht?
Mein Tipp: Stellt euch einfach vor im nächsten Jahr kommt ein Virus auf den Markt, der sich nicht für kranke und alte Menschen interessiert, sondern der sehr gefährlich bis tödlich für euch selbst ist und sich ebenso rasant ausbreitet. Wie sieht dann eure Argumentation aus?
Der Virus schert sich nicht um euer Recht auf Leben!

Es gibt auch Menschen, die Angst haben, das sie auf dem Klo sitzen und plötzlich haben die Monster alles Klopapier aufgefressen 😯 .
Meine Arbeitskollegen schicken ständig neue Klopapierrezepte rum. Weil was sonst als essen wollen denn die Menschen plötzlich mit dem ganzen Klopapier machen? Gibt es irgendwen der mir dieses Mysterium erklären kann?
Mein Tipp: Macht es wie die Franzosen. Dort sind Rotwein und Kondome ausverkauft. Die Franzosen wissen wie es geht 😆

Wieder andere Menschen haben große Sorgen, weil sie plötzlich ihren eigenen Nachwuchs für unbestimmte Zeit zu Hause haben 😯
Ok, mit Kindern kann es auch mal stressig werden. Und Leuten, die jetzt noch nebenbei im Homeoffice ihre Arbeit erledigen und zusätzlich sich um ihre Kindern kümmern, kann man durchaus strapazierte Nerven zugestehen. Aber ernsthafte Probleme weil die Kids mal selbst umsorgt werden sollen?
Leute, das sind eure eigenen Kinder! 🙄
Mein Tipp: Genießt die gemeinsame Zeit. Spielt mal was zusammen. Oder bastelt was für Ostern (ich habe es so geliebt mit meinen beiden Töchtern zu basteln 🙂 ). Die Zeit, wo sie eure Zeit beanspruchen, ist so schnell vorbei und sie kommt nie zurück.

Vollpfosten Aleksander Ceferin, UEFA-Chef, sorgt sich um die laufende Fußballsaison. Man könnte die nicht länger aussetzen, weil man sonst die Saison nicht zu Ende spielen könne.
Auweia!!!  Das wäre echt der Super GAU! 😯
Nicht auszudenken was dann passieren würde. Die Wechselprämien der Spieler in der nächsten Saison würden wahrscheinlich weit unter die 100 Millionen sinken.
Wovon sollen die denn dann noch leben?
Gott bewahre uns vor so einer Katastrophe!
Mein Tipp: Scher dich doch zum Donnerdrummel und bleib am besten gleich dort.

Nun zu meinen Sorgen. Nein, ich persönlich kann nicht klagen. Mir geht es sehr gut. Seit über 10 Jahren ist Homeoffice Normalität für mich. Und E-Commerce zählt zu den Nicht-Verlierern in der Corona Krise. Ich habe ziemlich viel Arbeit. Andi hat auch ziemlich viel Arbeit. Er arbeitet jetzt im Schichtbetrieb um den Mindestabstand zu gewährleisten. Und weil ich arbeiten kann, wann ich will, passe ich mich seinen Schichten mehr oder weniger an. Gesund sind wir auch, wir haben einen großen Garten und Terrasse wo wir uns austoben können und den Wald direkt vor der Haustür. Uns fehlt es an absolut nichts. Wir genießen die Zeit zu zweit und unser Garten genießt unsere Aufmerksamkeit 😆
Die Sonne gibt hier seit Wochen ihr bestes, auch wenn die Nächte oft sehr kalt sind. Ich möchte ständig nur raus. Radfahren, Laufen, Lesen auf der Terrasse und Gartenarbeit. Wir machen zusammen wunderbare Radtouren und ein größeres Gartenprojekt haben wir auch gestartet.

Sorgen machen mir andere Dinge.

Z.B unsere Tochter, die sich gerade im 3. Ausbildungsjahr in der Altenpflege befindet und im Altenheim arbeitet. Vor 4 Jahren hat sie ihren gut bezahlten Job als Fremdsprachensekretärin in Luxemburg gekündigt, weil sie etwas Nützliches machen wollte. Ich kenne keinen anderen Menschen, der so empathisch gegenüber alten Menschen ist. Schon jetzt macht ihr die Angst ihrer “Bewohner” vor dem Virus und die zunehmende Einsamkeit wegen der Besuchssperre ein schweres Herz. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie sie leidet, wenn der Virus dort rumgeistert. Deshalb halte ich mich natürlich auch liebend gern an ihre Abstandsregeln. Knuddeln, Umarmungen und Küsschen sind halt jetzt nicht mehr.

Um meine Mama und meine Schwiegereltern mache ich mir auch Sorgen, gehören sie doch teils gleich zu mehreren Risikogruppen. Aber sie schlagen sich ganz tapfer und leben ihr Leben jetzt ganz schön isoliert. Zum Glück haben wir so viele Möglichkeiten zu kommunizieren.

Sorgen mache ich mir auch um Freunde, die als Selbstständige jetzt um ihre wirtschaftliche Existenz bangen müssen. Klar, da geht es “nur” um wirtschaftliche Existenz, aber das kann ich nicht einfach so abtun. Menschen, die sich mit viel Fleiß, Mut und Einsatz etwas aufgebaut haben, haben es sicherlich nicht verdient, es einfach zu verlieren. Auch wenn es da nicht um das “Leben” geht. Unser Leben ist ja eben so viel mehr.

Bleibt bitte alle gesund! Und ich hoffe, das ihr auch sonst gut durch die Krise kommt.
Irgendwann geh ich wieder mit Karina schwimmen und Radfahren und dann gehen wir auch zusammen shoppen (die Wirtschaft ankurbeln!!!! ) und dann knuddel und drück ich meine Kinder und Freunde wieder und Andi bekommt wieder einen großen Eisbecher 😆
Und dann genießen wir auch wieder Torstens Grillkünste und treffen uns einfach nur so auf einen Kaffee.
Bis dahin aber sind wir alle schön brav und denken nicht so viel an das, was wir gerade vermissen. Sondern denken an das, was wir haben. 🙂
Das ist so unglaublich viel mehr!

Und Ihr so?

Hallo zusammen, wir hoffen, ihr seid alle noch fit und gesund. Seit dieser Woche arbeite ich nur noch sehr reduziert, während bei Helge im Homeoffice die Post abgeht. Ich versuche, das Beste daraus zu machen. Inzwischen gibt es eine täglichen Spaziergang mit Julia – „Kind lüften“ nenne ich das immer 🙂 . Corona beschert mir also reichlich Freizeit – ich kann quasi jetzt 4 Wochen lang Trainingslager machen. Solange man halt noch raus darf. Natürlich immer allein. Aber irgendwie ohne Ziel, da man ja überhaupt nicht weiss, wann wieder etwas stattfindet. Komisches Gefühl. Aber langsame Grundlagenausdauereinheiten gehen immer. Einige im Bekanntenkreis werden ihre ausgefallenen Wettkämpfe alleine zu Hause absolvieren mit Schwimmen im See. Bei 9 Grad Wassertemperatur – na wer es unbedingt braucht. Ich nicht, hihi. Obwohl ich sehr gerne mal wieder schwimmen würde. Ich muss nochmal mit Helge reden, denn in ihrem Garten wäre sogar Platz für ein 25m Becken 😉 . Dann könnte Andi anstatt auf der Rolle die DVD „Schneller schwimmen“ zu schauen einfach auf der Rolle fahrend neben dem Schwimmbecken uns beim schnellen Schwimmen zuschauen… Oh je, diese viele freie Zeit ist nicht gut für mein Gehirn. Unsere Schränke sind übrigens inziwschen auch alle super aufgeräumt und ausgemistet. Julias Zimmer  war noch nie sooo ordentlich. Nur der Keller, der wartet noch. Aber wie es aussieht haben wir noch ein paar Wochen dazu Zeit. Und ihr so?  Bleibt gesund und geniesst die Sonne, auf die wir solange gewartet haben.

Schlussfahrer mit Startnummer

Es ist ein paar Wochen her, da erwähnte ich dem Andi gegenüber mal so ganz nebenbei, dass ich mir doch gern ein neues MTB kaufen möchte. Wobei ich mir aber gar nicht sicher bin, da ich ja doch schon 4 Räder habe. Brauchen tu ich es nicht! Und ich habe ja ein tolles MTB, welches auch fährt und keine Macken hat und so weiter und so fort …. Seine prompte Antwort allerdings machte mich (kurzzeitig) sprachlos. „Schatz, so viel wie du Rad fährst und so oft, wie du jedes deiner 4 Räder nutzt, ist ein Fünftes durchaus berechtig!“
😯
Hat er echt gesagt!
😯
Da war ich nicht mehr zu halten! Gefunden habe ich zusammen mit dem Händler meines Vertrauens ein richtiges Schnuckelchen für mich.
Gemacht für die hohen Berge. Leicht, schnell und zu 100% Helge kompatibel 😆
Verliebt und gekauft!
Samstag durfte ich es abholen. Traumhaft. Das war wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag ein einem Tag 😀 .

Und Sonntag dann war der X-Duathlon. Ja, und was macht man mit einem neuen glänzenden MTB 1 Tag nachdem man es gekauft hat?
Richtig! Ordentlich einsauen 😆
Schließlich muss so ein MTB auch gleich wissen, wofür es auf der Welt ist.

So schön und schön sauber

Der Trierer X-Duathlon

Als ich am Sonntag an der Startlinie beim Cross der Asse im Trierer Waldstadion stand, war ich gut gelaunt aber schon völlig kaputt. Das könnte vielleicht damit zusammenhängen, dass ich schon den halben Samstag vor Ort war und wir dort alles aufgebaut haben, Strecken besichtigt, organisiert, Sachen gesucht und so weiter und so fort. Und eventuell liegt es auch daran, das ich nach einer quasi schlaflosen Nacht, in der ich von fehlenden Daten auf den Anmeldelisten und von leeren Anmeldelisten und aufkommender Panik bei der Anmeldung träumte 🙄 , seit morgens 7 Uhr pausenlos über das Eventgelände rannte, um Startlisten an Kampfrichter, Zielrichter, Zeitnehmer, Moderator und andere wichtige Menschen zu verteilen. Als ich an der Startlinie stand, hatte ich schon fast 300 % meiner Tagesaktivität erreicht 😆
Und dazu kam noch das Problem, das ich seit 4 Wochen nur ganze 7 km überhaupt gelaufen war. Und das im Hoppeltempo. Zum Glück hatte ich alle darauf vorbereitet, das ich beim Laufen unweigerlich letzte werden würde, hat mir zwar keiner geglaubt, aber ich wusste ja, wer da so am Start stand. Da kann ich mit den letzten 5 gerade so mithalten, wenn ich topfit bin und voll im Lauftraining und nicht platt. 🙄
Sonntag jedoch nicht!
Und dazu kam die Sorge noch, ob die Wade hält. 😕

Fürs Einchecken bekam ich wieder Sondergenehmigung 🙂

Gut, die Sorge um die Wade hatte ich nach 300 m vergessen! Meine einzige Sorge war, wie soll ich nur diese 5 km überstehen! Die rannten los, als wäre der Teufel hinter uns her. Nach nur 300 m war ich Letzte und diese Position sollte ich auch lange Zeit nicht abgeben. Karina sagte mir hinterher, ich hätte ausgesehen, als würde ich joggen 😯 . Dabei bin ich tatsächlich ein 5:25er Tempo gelaufen. Aber angefühlt hat es sich total krank 😆
5 km lang kämpfte ich einfach nur gegen meinen ziemlich starken Willen aufzugeben. Was für eine bescheuerte Idee an den Start zu gehen! Glückwunsch Helge zu diesem Beweis, dass du ziemlich Banane im Kopf bist 🙄
Aber frei nach dem Motto: schnell kann ja jeder und man muss auch mit Würde verlieren können, schafften es meine Bleibeine mich in die Wechselzone zum Rad zu bringen. Halleluja ❗ Alle anderen waren schon lange weg. Moderator Bernd machte auch noch Witze über meine Wechselzeit, aber ich bestehe darauf: mit 50 kann man sich doch auch mal was mehr Zeit nehmen 😆
Auf dem Rad brauchte ich zwei von vier Runden um meine völlig verkrampften und beleidigten Beine locker zu fahren. Die andere Option wäre gewesen, abzubrechen, aber jetzt hatte ich diesen für mich viel zu schnellen Lauf überlebt, jetzt wollte ich Radfahren. Belohnung muss sein. Beine lockern ist natürlich auch nicht einfach, wenn es ganz schön hoch geht und bei der Abfahrt volle Konzentration und Körperspannung sein muss, um nicht in der Schlammhölle verenden zu müssen 😀 . Aber nach 2 Runden konnte ich tatsächlich mit recht unverkrampften Beinen die letzten 2 Runden in Angriff nehmen. Und da ich immer noch Letzte war und meinen Frieden damit längst gemacht hatte, konnte ich erstens die Radfahrt richtig genießen und zweitens meinen Vereinskameraden an der Strecke auch sehr zuverlässige Angaben machen, wie lang sie da noch stehen müssten 😆
Ende der letzten Runde war ich dann doch endlich auf 2 Fahrer aufgefahren und konnte eine überholen. Ok, aber mir war klar, das ich noch 2,5 km laufend zu absolvieren hatte und allein der Gedanke an „Laufen“ lies meine Beine in einen Schock-Krampf verfallen 😯
2,5 km können so schei… lang sein ❗ 😯 Ich war so grotten langsam, dass mein Hirn sogar Sauerstoff bekam und ich realisieren konnte, das meine Wade nicht das geringste Tönchen von sich gab und das ich Leute an der Strecke wahrnahm, die Pommes aßen …. 😯 ich hätte die denen so gerne weggenommen 😆
Ich hab es letztendlich ins Ziel geschafft. Und ich wurde nicht Letzte. Ich konnte einen Starter beim Laufen auf Abstand halten. Ich habe mich bei ihm hinterher (wir lagen beide hinter der Ziellinie im Dreck) auch lieb bedankt 😀

Und nun die wirklich wichtigen Informationen:

  1. Mein Rad und ich sind eine Einheit. Vom ersten Meter an war das wie als wären wir schon immer zusammen unterwegs gewesen. Ein Traum, Fahrgefühl der feinsten Sorte 😆
    Das Rad geb ich nicht wieder her!
    Allerdings war es ganz schön schmutzig hinterher. Gibt es eigentlich selbstreinigende MTBs?
  2. Die Mädels in der Anmeldung – Karina, Gabi, Pauli und ich – sind ein Dreamteam. Wobei meine Aufgaben eher die Vorbereitung und am Tag des Geschehens die des Laufburschens waren. Es gab keinerlei Probleme, keine Beschwerden, keine falsche Nummern, nur freundliche Gesichter und sehr sehr viel zu lachen.
  3. Die Helfer an der Strecke beim Trierer X-Duathlon sind einfach unschlagbar. Die Stimmung war einfach grandios 🙂 .
  4. Das Wetter war nach wochenlangem Sturm und Regen für ganze 2 Tage einfach traumhaft. Also ich schätze Petrus mag Sportler 😉
    Die Strecke war gut, da, wo der Matsch war, war er einfach so tief, das man bergab dagegen ankämpfen musste, nicht stecken zu bleiben. Einmal hat meine Kraft nicht gereicht. Da steckte ich wirklich fest! Herrlich, was eine Sauerei!
  5. Laufen im Wettkampf ohne vorheriges Training ist etwas, wovon ich dringend abrate! Meine Beine …. oh oh, die schmerzen seit gestern echt übel. Das verzeihen die mir nicht so schnell
  6. Ach, und für meine gradiose Leistung (hahaha) wurde ich als Landesmeisterin der AK 50 geehrt. Da komm ich vor lauter Lachen mal wieder nicht in den Schlaf 😆
    Und Andi kriegt die Krise weil ich schon wieder zwei Medaillen habe 😈

Schön war er, der X-Duathlon! 🙂

Update: Noch ein paar Fotos, die Bergziege Frank gemacht hat