Geistige Umnachtung

Wie beim letzten virtuellen Bloggertreffen schon erwähnt hatte ich mich im Zuge einer geistigen Umnachtung oder eines Anfalls von Wahnsinn für eine Olympische Triathlondistanz angemeldet. Ich wusste, dass die Radstrecke bergig ist aber nicht, dass sie die Strecke geändert haben. Jetzt ist sie bergig bergig, hihi. Naja, was soll es. Frei nach unserem Motto: Spass haben und vor allem gut aussehen. Ich wollte unbedingt mal wieder irgendwas triathlonmäßiges machen. Im Juni bin ich schon bei einer kleinen Sprintdistanz gestartet und was das erste Mal in meinem Leben „First out of water“ bei den Frauen. Am Ende konnte ich mich tatsächlich über einen AK Sieg freuen und diesmal waren es sogar mehr als 2 Starter in meiner AK, nämlich drei :-). So, jetzt aber zum schöner sterben am Bostalsee. Im Schwimmtraining berichtet ein Teamkollege von der Radstrecke, die extra abgefahren ist. Jetzt bekam ich doch etwas Angst. Als ich dann am Abend vor dem Triathlon nochmal pflichtbewusst die Ausschreibung las, entdeckte ich irgendwo zwischen den Zeilen, dass es auf der OD Cutzeiten gab. Na toll. Ich begann tatsächlich zu rechnen. Meine letzte OD war glaube ich in Hamburg vor gefühlt 100 Jahren. Und da war die Radstrecke quasi flach. Aber dann dachte ich mir, mach es wie beim Inferno, einfach ruhig beginnen und nicht in Panik versuchen das Rad über die Berge zu prügeln. Schliesslich warteten im „Idealfall“ noch 10km Laufen auf mich. Achso, schwimmen war auch noch vorher. Am Bostalsee angekommen sah man vor lauter Nebel gerade noch so den Bootsteg, von Bojen war weit und breit nix zu sehen.

Es hiess also warten. Ganz professionell liwf ich mich warm. Tolle Idee bei gefühlt 90% Luftfeuchtigkeit. Irgendwie schaffte ich es dann in meinen Neo. Ich hätte zwar auch ohne ihn schwimmen können, doch in einem See fühle ich mich sicherer mit Neoprenanzug. Mit einer Stunde Verspätung ging es los. Das Wasser war warm und sehr ich sage mal „unklar“. Die Bojen war jetzt sehr gut zu erkennen. Geschwommen wurden 2 Runden a 750m mit einem Landgang dazwischen. Ich fand schnell einen Rhythmus und schaffte es diesmal sogar den Weg in die Wechselzone zum Rad zu laufen. Meistens kann ich immer nur gehen ;-). Zu absolvieren waren 2 Radrunden. Wie immer wurde ich reichlich überholt. Auf der zweiten Runde wurde es dann auch etwas einsam, hihi. Obwohl gegen Ende kamen immer noch ausschliesslich Herren an mir vorbei und ich fragte mich, welche Schwimmzeiten die hatten. Ein Teamkollege erzählte mit später, dass er in seiner zweiten Schwimmrunde Schwimmer überrundet hat. Ich rechnete ein bisschen durch und merkte, dass ich auf jeden Fall genügend Zeitpuffer zum Cut hatte. Nach 35km und gut 800HM war das „Leiden“ zu Ende und ich durfte auf die Laufstrecke. Überraschenderweise kam ich total gut in einen angenehmen Laufrhyhthmus. Die Laufstrecke führte um den See herum und was wellig und größtenteils im Schatten. Auch hier mussten 2 Runden gelaufen werden. Das Schöne daran, relativ weit hinten im Feld zu sein ist, dass die Läufer sich immer wieder begegnen und gegenseitig aufmuntern und anfeuern können. Und ganz klar hat man dann im Ziel mit den meisten Beifall, weil es sind ja schon viel viel mehr Leute dort als bei den Ersten ;-). Hatte ich Anfangs noch befürchtet Letzte zu werden, lies ich doch noch Einige hinter mir. In meiner AK wurde ich 6. und in der Wertung der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft gewann ich Bronze. Man sieht, durchhalten lohnt sich. Auch ganz weit hinten kann man noch gewinnen.

Allerdings war ich total im A…. So ganz ohne gezieltes Training eine OD zu machen, naja. Nachdem ich zu Hause 2 Stunden auf der Couch verbracht habe, schaffte ich es dann noch, das Auto zu entladen ;-). Was man aber eigentlich ohne spzielles Training machen kann, ist eine Sprintdistanz. Die gibt es morgen. Zusammem mit Helge. Das wird lustig. Die Triathlonräder sind hervorgeholt und abgestaubt. Meines trägt noch stolz die schwarze Starnummer vom Triple beim Trumer Triathlon 2019. Ich will sie irgendwie aber auch nicht abmachen. Bis morgen lasse ich mir da noch was einfallen.

6 Gedanken zu „Geistige Umnachtung

  1. Gratuliere, liebe Karina! Ich kenne das, unvorbereitet an einem Triathlon Start stehen. Zumindest hast du genügend Triathlonerfahrung, um dich nicht einschüchtern zu lassen. Zudem bist du eine ausgezeichnete Schwimmerin. Super gemacht!

    Ich bin sehr gespannt, wie es dir und Helge morgen ergehen wird. Ich lasse die Kleberlis auch immer an meinem Velo dran. Stell dir vor, ich habe sogar noch dem Kleber am Helm!!

    Viel Glück morgen! Es wird ein Riesenspass werden!

    • Liebe Catrina,
      meist ist man ja nur gefühlt nur unvorbereitet. Ich mache das ganze Jahr über Sport, deshalb kann man so relativ kurze Distanzen meist ganz gut überstehen. Was halt fehlt, ist das Koppeltraining, das habe ich dieses Jahr überhaupt gar nicht geübt, also so nach dem Radfahren noch eine Runde laufen.
      Der Triathlon gestern hat sooo einen Spass gemacht. Wir werden noch davon berichten.
      Liebe Grüße
      Karina

  2. Liebe Karina,
    danke für den Bericht. Ich musste so lachen, bei der Vorstellung, wie du nach dem „warm“laufen versuchst, in den Neo zu kommen. Da kriegte ich ja schon beim Lesen Schweißausbrüche! 😆
    Die Radstrecke von meinem (wegen Angina) verpassten Triathlon im Juli war ja auch hügelig-hügelig, nur waren das eben nur gut 20km, aber die wären im Wettkampf auch spannend geworden. Aber du bist erfahren genug, um zu wissen, wie man so eine Strecke angeht und hattest Erfolg mit deiner Taktik. Gratulation! 🙂
    Ui, da wird sich dein Pinkie aber freuen, dass es wieder aus dem Keller durfte! Ist das eigentlich noch artgerechte Haltung, wenn es so lange nicht raus durfte? 😉 Viel Spaß euch beiden morgen.

    • Liebe Doris,
      gestern war Schwimmen ohne Neo, das Warmlaufen habe ich aber trotzdem gelassen ;-). Nur ein bisschen die Gelenke geschmeidig gemacht. Es war so toll gestern mal wieder auf dem Triathlonrad zu sitzen. Die Radstrecke war dermassen flach, dass man nur an den Wenden am Lenker umgreifen musste. Aber davon werdet ihr noch lesen, hihi.
      Liebe Grüße
      Karina

  3. Liebe Karina,

    na, das haste super gemacht so ganz ohne Training! Sport nebenbei zählt ja nicht, oder? 😆

    … und ganz en passant doch aufs Treppchen geschafft! TOLL und Gratulation! 🙂

    Jetzt bin ich gespannt auf euren Bericht … und gönn deinem Pinken mehr Ausflüge, sonst denkt es, dass es im Dauer-Lockdown leben muss, das Arme! 😥

    Liebe Grüße Manfred

    • Lieber Manfred,
      Pinkie ist schon wieder im Keller und muss hoffentlich nicht wieder 3 Jahre auf einen Einsatz warten. Der Triathlon zusammen mit Helge hat sooo einen Spass gemacht. Mal sehen, wann sie Zeit findet ihren Bericht zu schreiben, der wird lustig…
      Deine Mail ist angekommen und ich werde dich mal tracken 😉 😉 😉 Ich wünsche euch vor allem viel viel Spass.
      Liebe Grüße
      Karina

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