800 Höhenmeter bis zum Cappuccino

Mein Rennrad ist nach der Oldenburgtour direkt vom Gepäckträger in den Keller gerollt. Für den kleinen Triathlon wurde ja bekanntlich das Triathlonbike aus den Keller befreit. Jetzt war es an der Zeit oder vielleicht auch das schlechte Gewissen, das Rennrad wieder mal an die frische Luft zu bringen. Schnell die Laufklamotten anzuziehen und loszulaufen ist halt einfacher. Schwimmen auch, da es da feste Trainingszeiten gibt. Aber Radfahren? Bis ich da alles heraus gekramt und vorbereitet habe, kann schon mal eine halbe Stunde vergehen. Obwohl in der Hochsaison tatsächlich unsere Räder im Wohnzimmer geparkt sind. So brauchte es eine feste Verabredung mit Helge zum Radfahren. Der Wetterbericht sagte Traumwetter voraus. Da wir nicht nach Plan trainieren verabredeten wir uns für sage und schreibe 11 Uhr. Keine Ahnung, wie wir „früher“ schon um 7 Uhr auf der Piste sein konnten ;-). Ausschlafen ist schon was feines ;-). Kurz vor Mittag machten wir uns zur Kaffeefahrt auf. Wir wollten eine schöne Runde mit einigen feinen Anstiegen zum Erbeskopf fahren und dort im Cafe ein kleine Pause einlegen. Da bekanntlich neben den „Bergauf“strecken auch Abfahrten zu erwarten waren, hatte ich vorsorglich ein Windstopperunterhemd unterm Radtrikot an. Blöde Idee. Schon nach dem ersten kleinen Anstieg musste ich anhalten und das Ding ausziehen. Es waren gefühlt 35 Grad im Schatten. Die Armlinge hatte ich schon gleich nach dem Luftaufpumpen wieder ins Auto verbannt. Das schönste Teilstück führte ca. 12km bergan durch einen wunderschönen Wald hoch zum Erbeskopf, der höchsten Erhebung im Hunsrück. Es war Sonntag Mittag, fast Nachmittag. Wir trafen ganze 4 ! Spaziergänger. Es war soooo wunderbar ruhig. Auf halber Strecke raste von hinten jemand an uns heran und wir erkannten die Stimme sofort ;-). Es war Diana, mit der wir diese Strecke auch schon ein paar mal gefahren sind. So hatten wir noch eine nette unterhaltsame Begleitung bis nach oben. Sie hatte nur von Weitem 2 Radfahrer und einen orangenen Punkt gesehen. Sie dachte sich, dass kann nur Helge sein, obwohl sie etwas irritiert wegen der langsamen Fahrweise war :-). Wir hatten uns vorher geschworen, eine schöne ruhige oder wie die heutige Jugend so sagt „chillige“ Tour zu machen. Auch wenn Diana Schwierigkeiten hatte, so langsam zu fahren, zogen wir das weiter durch :-). Im Langsamfahren bin ich schliesslich Meister. Oben angekommen hatten wir nach gut 30km die 800HM hinter uns. Das obligatorische Foto vom „Gipfel“ muss natürlich auch sein.

In Vorfreude auf einen Cappuccino, Milchkaffee und Kuchen „stürzten“ wir uns die Abfahrt hinunter. Nachdem wir auf der Fahrt nach Oldenburg unsere Offroadfähigkeiten mit dem Rennrad ausgiebig trainieren konnten überlegten wir kurz, einfach die Skipiste hinunterzufahren. Die Sommerrodelbahn nach unten zu nehmen wäre auch eine Möglichkeit gewesen ;-). In der Rinne hätten wir das Kurvenfahren sicher gut üben können. Letztendlich nach Abwägen aller Möglichkeiten entschieden wir uns, ganz profan die Strasse zu nehmen. Auch jetzt war hier überhaupt nichts los. Es war immer noch Sonntag Nachmittag mit schönstem Sonnenschein. Nach Kaffee und Kuchen machten wir uns auf den Rückweg, obwohl mir ein Schläfchen auch Recht gewesen wäre ;-).

Jetzt hoffen wir, dass das Wetter hält. Bald steht wieder das Freiwasserschwimmen im Losheimer See auf dem Programm. Synchronschwimmen haben wir am Donnerstag ausgiebig geübt, denn wir hatten beide eine Schwimmbahn für uns alleine. Danach werde ich schwimmmäßig etwas Tempo bei Helge machen, denn bald steht tatsächlich ihr erster Schwimmwettkampf an. Oh, ich freue mich schon so darauf…

16 Gedanken zu „800 Höhenmeter bis zum Cappuccino

  1. Liebe Karina,
    so viel Qual für nur einen Cappuccino … ach, nee, das hört sich gaaanz entspannt an! – So habt ihr es verdient! 😛
    Solch ein schönes Wetter kann man/frau aber auch nur sooo genießen! Sehr gut gemacht!
    Jetzt noch Helge fit machen für den ersten Schwimmwettkampf, dann passt alles!
    LG Manfred

    • Lieber Manfred,
      sobald es zur Qual wird, höre ich auf :-).
      Wir können tatsächlich auch einfach so in der Weltgeschichte rumfahren, einfach so ohne Trainingsgedanken.
      Es war schon komisch bei so perfektem Wetter so wenig Leute draussen gesehen zu haben.
      Liebe Grüße
      Karina

  2. Liebe Karina,
    wow! 800 HM!!! Freiwillig??? 😉
    Ihr hattet ja wirklich Kaiserwetter – und trotzdem so leere Straßen! Herrlich! So kann man das Radfahren richtig genießen. 😀 Wie nett von dir, dein Rennrad bei solchen Bedingungen wieder aus dem Keller zu befreien. 😆
    Ich drücke euch die Daumen, dass das Wetter hält, ich schwimme jetzt seit eineinhalb Wochen wieder im See und es ist einfach nur herrlich. 🙂

    • Liebe Doris,
      ja ganz und gar freiwillig. Manchmal fahren wir extra bei schlechtem Wetter, damit die Strassen und Wege frei sind :-). Es war ein ziemlich perfekter Tag. Helge hat zumindestens schon mal die Freibadsaison eröffnet. Das ist allerdings auch beheizt ;-).
      Liebe Grüße
      Karina

  3. Also wegen nem Cappuccino hätte ich das nicht getan. Also Sport. Geschweige den Radfahren in der Dimension. Aber das liegt wohl eher daran dass ich absoluter Kaffeeverweigerer bin 😀

    • Lieber Markus,
      das war kein Sport. Das war Freizeitvergügen :-). Ich hatte übrigens auch noch eine Cola zum Cappuccino 🙂 🙂 🙂
      Liebe Grüße
      Karina

  4. Liebe Karina,

    ich finde ja, dass Ihr in der Regel auch im Wettkampfvorbereitungsmodus chillig unterwegs seid. Aber das liest sich noch chilliger. Ich könnte fast meinen, dass sowas Spaß macht, aber ich bin in meinem Leben noch keine 800 HM gefahren 🙂

    Viel Spaß weiterhin beim relaxten Schwimmen, Radeln, Laufen!

    Liebe Grüße
    Volker

    (P.S.: Freue ich, dass immer noch wieder Oldenburg in Euren Posts auftaucht 🙂 )

    • Lieber Volker,
      ja Oldenburg wirkt irgendwie noch total nach. Ihr taucht immer wieder in irgendeiner Situation auf, wenn wir unterwegs sind. Schwimmen warst du nun ja schon mal, demnächst also 800HM Rad….
      Liebe Grüße
      Karina

  5. Danach werde ich schwimmmäßig etwas Tempo bei Helge machen ……
    Jetzt bekomme ich Fracksausen 😯

  6. Liebe Karina,
    Start um 11:00 Uhr hört sich nach einer recht entspannten Radausfahrt an. Trotzdem habt ihr euch mit den Höhenmetern den Cappuccino redlich verdient!
    Liebe Grüße
    Frank
    P.S.: Helge, viel spaß beim Schwimmtraining 😉

    • Lieber Frank,
      ja es war ja auch als Freizeit-Wochenendsvergnügen geplant. Und das ziehen wir dann auch konsequent durch. Keine Ortseingangsschildzielsprint oder wer ist zuerst oben. Gibt es bei uns nicht.
      Liebe Grüße und weiterhin gute Heilung
      Karina

  7. Liebe Karina,
    so schönes Wetter und nichts los in der schönen Gegend? Was ist DAS denn? Aber umso mehr konntet Ihr Eure Tour genießen, und den Cappuccino, und den Milchkaffee, und den Kuchen 🙂
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,
      ja, es war schon komisch. Fast wie bei der Fussball WM, überall freie Strecken, hihi. Haben wir ja demnächst wieder, juchuu. Also ich meine die freien Strecken….
      Liebe Grüße
      Karina

  8. Oh, zum Triathlon nimmt man kein Rennrad!?
    Wenn die Offroad-Fähigkeit des Rennrades nicht mehr ausreicht, kann man es ja tragen, so wie es neulich die Radlerin auf den Mallorca-Trails praktizierte!

    • Man kann natürlich auch mit dem Rennrad beim Triathlon starten. Machen wir sogar ab und zu. Bei Rennen, bei denen man im Windschatten fahren darf, sind nämlich die Auflieger am Lenker verboten. Und in den Bergen fährt es mit dem Rennrad viel viel besser. Getragen habe wir das Rad auch schon. Ich kenne die Mallorca Trails ja jetzt teilweise – sie war da mit dem Rennrad unterwegs? Echt? Oh je. Aber vielleicht hat sie auch für irgendein Adventure-Rennen trainiert, da kann so was tatsächlich vorkommen.
      Liebe Grüße
      Karina

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