Tridreamteam on Tour (zum Deichläufer)

Die Idee hatten wir schon lange. Wer diese Idee zuerst hatte, können wir nicht mehr nachvollziehen. Der Deichläufer hat uns jetzt schon mehrfach besucht, da könnten wir doch auch mal in den Norden reisen. Und da das mit Auto und Bahn jeder kann, nehmen wir halt das Rennrad. 😆
Als wir uns letztes Jahr zur Planung zusammen setzten und eine 4 Etappen-Tour von Trier nach Oldenburg (ca. 540 km) planten, kalkulierten wir allerdings 2 Dinge nicht wirklich ein:
1. das wir einen miserablen Trainingszustand haben würden (wegen schwierigen Wetterverhältnissen und Krankheit im Vorfeld). Ausserdem gab es diesen Winter keinen Trainingsplan, da wir 2018 keine größeren Ziele im Auge haben.  Also gab es auch keinen Grund bei jedem Wetter Rad zu fahren. 😉
2. das die Km Angaben nur Schätzwerte waren weil Navi und Karte nicht immer zusammenarbeiten wollten

Das das Wetter viel zu kalt und zu ungemütlich werden sollte, war ein weiterer Minuspunkt, aber wir sind ja Triathleten und keine Weicheier und außerdem muss die ganze sündhaft teure Winterausrüstung ja auch mal dem Dauertest unterzogen werden 😀

Tag 1 – Trier Ehrang nach Nettersheim – Einmal quer durch die Eifel

Karfreitag 9:00 Uhr, bei 4 Grad und Sonne, trafen wir uns am Einstieg des Kyllradweges. 111 km und 1400 HM sollten vor uns liegen. Andi wollte diese mit HM versehene Etappe noch nicht mitfahren, er war auch gerade erst wieder gesund geworden und noch lange nicht fit.
So machten Karina und ich uns auf den Weg, immer den Kyllradweg lang Richtung Gerolstein. Es war schweine kalt, aber wir waren in 4 und mehr Schichten gut verpackt 🙂

Training wird vollkommen überbewertet
Zu diesem Zeitpunkt hatte Karina bereits 120 km Jahreskilometer ( die ich am Montag und Dienstag geradelt bin, um zumindest mal das Rennrad auf Tauglichkeit zu testen ) und ich ganze 30. Holla die Waldfee, aber wer braucht schon Training. 🙄
Am Anfang machten wir uns noch über die HM lustig, das verging sehr schnell, weil der Radweg weigerte sich permanent an der Bahnlinie oder am Fluß zu verlaufen. Er führte einfach immer irgendwo eine Rampe hinauf und wenn man Glück hatte, auch mal wieder runter. Aber es war schön. Urlaub, Sonne und Radfahren. Und auf Grund der Temperaturen war sonst kein Mensch unterwegs. Zur Abwechslung gab es auch ein paar Trailabschnitte, aber das sollte noch harmlos sein zu dem, was uns noch erwarten sollte.

Lieber Angst im Tunnel als HM
Brenzlig wurde es an Tunneln, weil wir beide absolute Angsthasen sind, wenn wir durch Tunnel fahren müssen. Mit dem Lied „Auf der Mauer auf der Lauer“ geht so eine Fahrt durch einen, zwei oder drei Tunnel aber auch ganz gut vorbei. Aber nach einer gewissen Zeit waren wir soweit, das wir lieber dunkle Tunnel in Kauf nahmen, als wieder irgendeinen Anstieg hoch zu müssen 😆 Helge wünschte sich tatsächlich lieber einen Tunnel, als noch irgendeinen Anstieg hoch zu fahren. Das ich das mal erleben durfte 😆
Alles eben eine Frage der Perspektive.
Aus dem Ort raus und dann rechts die Sepentinen hoch
Der Radweg war nicht zu verfehlen und somit konnten wir auch Stadtkyll ohne Verzögerung (mal abgesehen von der, die von den lahmen untrainierten Beinen kam – so schlimm war es nicht, wir hatten ja alle Zeit der Welt und den Telefonjoker Torsten mit dem Auto ) erreichen. Dann wurde es interessant. Wir mussten den Radweg verlassen und auf einem Fernradweg!!!! Richtung Dahlem. Ohne Nachfragen ging das nicht. Aber man muss erstmal jemand finden zum Fragen an einem Karfreitag so mitten in der Eifel 🙄
Ein Imbissbudenkoch in Stadtkyll konnte helfen: „Fahrt einfach die Straße lang aus dem Ort raus und dann rechts die Sepentinen hoch.“
Wie bitte was? 😯 Ich vergewisserte mich nochmal bei Helge, ob er jetzt tatsächlich Serpentinen gesagt hatte? Ja, hatte er.
Ich glaubte mich verhört zu haben (hatte er wirklich Sepentinen gesagt???). Aber er erklärte es uns nochmal genau so.
Auweia! Wenn meine Beine Hände gehabt hätten, dann hätten sie mich einfach vom Rad geschlagen 😆
Wie kommt man nach Schmidtheim und wie kommt man wieder raus?
Gut, dass der Koch in der Eifel eine völlig andere Vorstellung von Serpentinen hatte als wir. Puh, die Serpentinen auf Grand Canaria hätten wir keine 100m mehr geschafft. Dann ging die Verfahrerei los. Schmidtheim war echt schwierig zu erreichen. Und als wir erstmal da waren, kamen wir nicht mehr weg :-|. In Schmidtheim fuhr ich nach links hoch in dem Glauben, dass Helge hinter mir ist und Helge nach rechts hoch in dem Glauben, dass ich hinter ihr wäre.
Man fährt abwärts in den Ort hinein und dort geht es dann wieder hoch. Wenn man die falsche Richtung fährt, muss man wieder runter und die andere Richtung hoch. Und das kann man locker auch mehrfach machen 😆 Also wir können das zumindest 🙂 Da jeder HM und KM fürs Training zählt, sind wir natürlcih erstmal bis hoch zum Ortsausgang hoch, um dann umzudrehen und wieder runter zu fahren. Da es glücklicherweise nur eine größere Strasse im Ort gibt, haben wir uns schnell wiedergefunden, nur um dann in die falsche Richtung wieder hoch zu fahren. Man muss dazu auch sagen, dass wir nicht immer nach NAVI gefahren sind.

Das Ziel vor Augen – Kreisverkehr auf der Höhe
Endlich schafften wir es mit Hilfe eines anderen Rennradfahrers aus dem Ort. Nur seine Erklärung lies bei uns wieder die Ohren klingeln. „…. da fahrt ihr dann immer weiter geradeaus bis zum Kreisverkehr auf der Höhe“.
Echt jetzt? 😯 Muss hier denn alles mit hoch und runter und Höhe und Kuppe, Serpentinen und sowas zusammenhängen? Gibt es hier denn gar kein flach?
Japp, und das von jemand, der beim Inferno startet 🙄
Eventuell ist Training doch nicht so überbewertet?
Unsere Beine jedenfalls waren absolut platt. Und die Umgebung war es nicht 😆 Naja, aber die Höhe war jetzt auch nicht dass, was wir als Höhe sonst bezeichnen würden.
Ich liebe Netterheim
Da stand es plötzlich an irgendeinem Schild. Nettersheim.

Und dort stand Torsten am Bahnhof. Eigentlich wollten wir mit dem Zug zurückfahren (wir hatten beschlossen, das wir nach dieser ersten Etappe noch in unsere eigenen Betten zurückkehren, so konnten Andi, Torsten und Julia noch einen Tag länger zu Hause bleiben), aber Torsten holte uns ab, damit wir nicht völlig fertig und durchgeschwitzt in der kalten Eifel auf den Zug warten müssen. Der Zug fuhr sowieso gerade Richtung Trier los, als wir den Bahnhof errreicht hatten und so hätten wir noch eine Stunde auf den nächsten Zug warten müssen.
Am nächsten Tage würde Torsten und dann wieder dorthin fahren und wir würden dort wieder aufs Rad steigen.
Aber erstmal konnten wir heim. Nach 122 km (soviel zur Planung) und etwas mehr als 1400 HM hatten wir Etappe 1 geschafft 🙂

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16 Gedanken zu „Tridreamteam on Tour (zum Deichläufer)

  1. Liebe Helge, liebe Karina,
    da habt ihr doch gerade mal eure geplante Zahl von Kilometern um 10 % erhöht und die hm haben gepasst! 😛
    Nee, im Ernst, ich glaub ich wäre unterwegs „ausgerastet“, weil ich verfahren überhaupt nicht leiden kann. Wenn man dann noch kaputt und müde ist und den Weg nicht findet … grrrr! – Ich habe mich mal mit dem Rennrad (vor der GPS-Zeit) in/bei Offenburg auf meinem Weg nach Freiburg verfranst und auf eine geplante 230-km-Strecke knapp 20 km draufgepackt, allerdings fast ohne hm. Braucht keiner! 🙄
    Die Laune habt ihr euch wohl nicht nehmen lassen und schön auch, dass ihr nicht noch Torsten verpasst habt und – so wie es scheint – doch recht gut gelaunt in den eigenen Betten schlafen konntet!
    Mal sehen, wie es weiterging! 🙂
    LG Manfred

    • Lieber Manfred,
      Ja, wenn man kaputt und müde ist und es außerdem noch auf die Dämmerung zugeht, dann tut jeder extra KM weh.
      Aber von sowas lassen wir uns definitiv nicht die Laune verderben 😆
      Wir hatten irgendwie ja schon immer die Option uns früher abholen zu lassen. 🙂
      Mit so einem Joker fährt es sich eh leichter
      Liebe Grüße
      Helge

  2. Hallo zusammen,
    wie jetzt?! Da habe ich mich gerade warmgelesen und dann ist Ende der Etappe und damit des Posts? Mh, dann erbitte ich aber baldmöglichst die Fortsetzung! Bis dahin aber schonmal meine Anerkennung für Eure unermüdliche Kraxelei! Ihr seid weder durch Serpentinen noch durch Tunnel oder Verfransungsaktionen zustoppen. Und wen stören da ein paar km neben dem Planwert… Insofern denke ich aber, dass die folgenden Etappen aber etwas gemäßigter sein dürften hinsichtlich der HM. Aber wahrscheinlich lasst Ihr Euch dann andere Spaßaktionen einfallen 😉
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,
      ja, die Fortsetzung folgt 🙂
      Die Höhenmeter wurden weniger, das Chaos mehr 😆
      Aber egal was kam, aufhalten konnte uns selbstverständlich nichts
      Liebe Grüße
      Helge

  3. Hallo ihr zwei Tunnelfeen,
    danke für diesen grandiosen Einstieg in euren Wochenendausflug! Ich lache Tränen, weil mir soviel aus meinem letztjährigen Innradweg-Urlaub bekannt vorkommt! 😀
    Hut ab vor dem Langzeit-Ausrüstungstest, dem Tunnelangstbezwingungstag und natürlich der Bergetappe! Meine Radelkilometer im heurigen Jahr würden genau denen von Helge entsprechen und ich will mir so eine Tour gerade gar nicht vorstellen, sonst werde ich müde und kaputt! 😉
    Ich freue mich schon auf die Fortsetzung! 😀

    • Liebe Doris,
      wir waren so froh um unsere Ausrüstung . All das Zeug, was man im Winter zum MTB fahren anhat. Beheizbare Sohlen , wind- und wasserdichte Hosen und Jacken etc: Haben wir alles gebraucht und hat sich alles bezahlt gemacht 😆
      Ich konnte es mir ehrlich nicht vorstellen , mit so wenig Rad KM in diese Tour zu starten. Aber irgendwie haben wir es geschafft 🙂
      Naja, der Mensch kann was er will
      Liebe Grüße
      Helge

  4. Liebe Helge, liebe Karina,

    jetzt habe ich auch Volkers letzten Post verstanden 😉
    Wusste gar nicht, dass es auf dem Weg in den Norden so hügelig ist, ich dachte da geht es nur bergab, Volker wohnt doch auf 0 m ü.NN. 🤣🤣🤣
    Nette Beschreibung einer wohl nicht so erquicklichen Etappe, aber scheinbar ist Training auch nur reine Kopfsache. Planung und Realität sind bei Radtouren/Radreisen wohl immer etwas different, aber ihr habt es ja geschafft, gratuliere😊

    Salut

    • Lieber Christian, nix 0 m ü. N. N., ich wohne lt. gpsies auf satten 15 m ü N.N. nahezu am höchsten Punkt in Oldenburg. Während mein Laufrevier teilweise bis zu 2 m unter N.N. liegt. Da sage noch einer, dass es hier flach ist 😛

    • Lieber Christian ,
      also erstmal muss man quer durch oder über die Eifel. Und das war es dann auch mit den Hügeln. Danach kommt keine nennenswerte Erhebung mehr 😆
      Aber ich kann bestätigen, das der Volker da oben sehr gutes Berglauftrainings Revier hat: wir hatten auf seiner Hausrunde auf 10,5 km fast 30 HM 😯
      Liebe Grüße
      Helge

  5. Liebe Helge, liebe Karina,

    spannend, dass der Weg nach Oldenburg zu Beginn noch durch so exotische Landschaften mit Steigungen, Serpentinen und Tunneln führt. Wüßte ich nicht, dass Ihr die Tour inzwischen beendet habt, würde ich Euch zurufen „Das gibt sich“ 😆

    Das Ihr Euch aber nach der ersten Etappe noch wieder habt zurückkutschieren lassen, ist mir neu. Gar keine so schlechte Idee 🙂

    Ich bin schon echt gespannt auf die Fortsetzungen 😎

    Liebe Grüße
    Volker

    • Lieber Volker,
      da haben wir dir so viel erzählt und trotzdem die Hälfte vergessen 🙄
      Noch eine Nacht Zuhause zu schlafen war einfach das praktischste und außerdem viel günstiger als Hotelzimmer für 5 Personen.
      Liebe Grüße
      Helge

  6. Also, mir ist das mit den 1400 Hm ganz klar – es geht hinauf in den Norden, also muss es auch Bergauf gehen… oder? 🙄
    Das ist ja schon ein wenig beruhigend, dass auch Ihr Triathleten nicht einfach nur so da hinauffahren, sondern auch ein bisschen zu kämpfen haben, wenn der Trainingszustand zu wünschen übrig lässt 😉
    Auch ich freue mich auf dir Fortsetzung – noch Chaotischer heißt noch mehr zu lachen 😜
    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,
      na zum Glück ist es nicht so, dass mit zunehmendem Norden auch die HM zunehmen. Das wäre fatal geworden für uns 😆
      Und lustig war es auf jeden Fall 😉
      Liebe Grüße
      Helge

  7. Hallo Ihr Beiden,
    wieder köstlich dieser Post und er macht natürlich Lust auf mehr.
    Schön zu lesen, dass es nicht nur mir so geht, sondern auch bei euch ohne größeres Ziel, wenig Rad-Km zusammen kommen. Aber wie man liest, holt ihr das ja an einem Wochenende wieder rein 😉 .
    Liebe Grüße
    Frank

    • Lieber Frank,
      als wir die Tour geplant hatten, hatten wir auch sehr viel mehr Rad-Km vorher geplant. Aber das Leben ist nun mal das, was passiert, während man etwas ganz anderes plant 😆
      Wir haben an 4 Tagen ganz schön KM gemacht 🙂
      Also alles wieder aufgeholt 😉
      Liebe Grüße
      Helge

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