Immer rauf, rauf, rauf ….

und dann wieder runter.
Das ist die Kurzbeschreibung der zwei Wochen Trainingslager auf Gran Canaria 😆
Ich will es aber wirklich versuchen kurz zu machen. Alles zu erzählen, was wir erlebt haben, würde meinen zeitlichen Rahmen und die Nerven der Leser sprengen.
Gran Canaria ist da, wo man traumhaft Radfahren kann. Nur eine Sache geht dort nicht: flach. Wer flach mag, der ist dort falsch! 10 km Küstenstraße beinhaltet immer auch 200 HM. Und die Küstenstraße ist das, was man dort flach nennt.
Zusammen mit dem Trainer und 20 anderen Granaten besuchten wir also nach 2014 zum zweiten Mal die Insel. Leider ohne Karina. 😦
Ein ganz normales Trainingslager: Laufen, Radfahren, Schwimmen und Rumpfstabi … nur unterbrochen durch Nahrungsaufnahme und Schlaf. Um Temperaturen muss man sich zum Glück dort keine Gedanken machen, es ist immer warm, auch wenn es gerade die erste Woche in den Bergen oft am Nachmittag regnete und einen Tag schaffte es der Regen sogar bis an die Südküste, was quasi nur 2 Mal im Jahr vorkommt 😯 In den Bergen auf 1500 Metern und höher kann es natürlich auch mega kalt werden. Aber wenn man runter fährt, fährt man immer der Sonne und der Wärme entgegen. Einfach nur cool 😎
Auch die ersten Ausfahrten erinnerten an typische Trainingslager: es gibt immer die Typen, die in der falschen Gruppe fahren und dann schon an Tag 2 nicht mehr können. Der Trainer hatte mehrfach darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, die Kräfte einzuteilen. Sprich mit einer Kuh französisch oder mit testosterongesteuertenTriathleten über „langsam Radfahren“. 🙄 . Chancenlos!
Irgendwie hatte ich die Touren ja von 2014 noch im Kopf, aber irgendwie hatte ich die Länge und Höhe der Berge vergessen. Und ich hatte vergessen, wie schön es ist, dort Rad zufahren. Irre. 🙂
Hier ein paar Highlights der 1. Woche:

  • Sonntag die Räder abholen und Einrollrunde. Über Santa Lucia nach San Bartelome. Zurück über die Asphaltblase (ein ca. 3 km langer Gegenanstieg auf der 30 km langen Abfahrt). Oh wie habe ich das vermisst. Und ich fahre zum ersten Mal ein Rennrad mit Scheibenbremsen. Und ich will nie wieder was anderes fahren. 72 km und 1350 HM. Nur zum warm werden. Danach noch 50 Minuten Rumpfstabi
  • Montag der einzige schreckliche Tag. Die Gruppe funktioniert nicht. Wir fahren über den Tauropass hoch nach Soria. Es schüttet oben. Und ist nebelig und kalt. Ich schicke die anderen weiter und warte auf Judith und Markus. Wir erfrieren fast. Es scheint unmöglich, weiter zu fahren. Aber es gibt keine andere Option. Wir nehmen die Abfahrt über die völlig von Erdrutschen verdreckte Straße und dann geht es 11 km leicht abwärts aber gegen den Wind an die warme Küste. Ich fahre vorne und werde endlich wieder warm. An der Küste angekommen sind wir auch wieder trocken 😆
  • Dienstag geht es endlich nach Ayacata. Den Tauropass andersrum hoch. Steil, steiler am steilsten. Der Riese Erik (neu in unserer Gruppe) beschwert sich bei Andi, das ich einfach davon fahre. Andi’s Kommentar: „Das kenn ich. Das ist normal. Das macht sie immer so“ 🙄
    Wir fahren nur 88 km und haben fast 2000HM. Danach scheucht mich Andi noch beim Laufen.
  • Am Mittwoch ist Ruhetag, wo wir nur mit dem Rad zum Schwimmbad fahren und schwimmen. Auf der Rückfahrt verfahren der Andi und ich mich in Maspalomas. Wir brauchen fast 75 Minuten. Für eigentlich 4 km. Ganz großes Kino 🙄
  • Donnerstag lernt Judith wie es ist, wenn man nicht mehr kann. Gar nicht mehr. Riese Erik leistet ganze Arbeit und schiebt Judith am Schluss. Die anderen (außer Andi und mir) sind einfach verschwunden. Aber wir erreichen zu viert das Ziel trotzdem 🙂 . Und Andi jagt mich wieder über die Laufstrecke (ich vermute, es ist die Rache, weil ich ihn über die Berge jage 😆 )
  • Am Freitag beschließe ich mit Judith zu fahren. Es ist ihr erstes Trainingslager und ich zeige ihr mal, wie schön das sein kann, wenn man einfach quatschend die Berge hochradelt ohne sich darum zu kümmern, ob die anderen warten und wie lange schon. Die Anderen, inklusive Andi und Erik entschwinden. Es ist eine schöne Fahrt mit 98 km und 1900HM und einer Judith, der es bis zum Schluss einfach blendend geht 🙂
  • Samstag ordnet der Trainer Intervalle an 😯 . Man soll immer zu zweit fahren. Andi fährt nicht mit, der macht Lauftag. Ich frage den coolen Andre. Er ist Vereinskamerad und ein sehr angenehmer Mensch. Und er kann schnell Radfahren. Ich verspreche dem Trainer, nicht von Andre’s Hinterrad zu weichen. Und ich halte was ich verspreche. Obwohl mir die Beine fast platzen und mein Puls in ungeahnte Höhen geht. Klingt jetzt doof, aber das hat richtig, richtig Spaß gemacht 😆
    Und weil ich nach den gerade mal 65 km mit nicht mal 1000 HM irgendwie gerade warm bin, laufe ich den schnellsten 10 km Lauf, den ich je im Trainingslager einfach so gelaufen bin 😀
  • Sonntag ist wieder Ruhetag und wir schwimmen im Meer. Traumhaft. Meinen Neo zieht der Andi an, deshalb schwimme ich ohne. Und ich möchte gar nicht mehr raus aus dem Wasser. EINFACH NUR SCHÖN 🙂

Nach der 1. Woche verlassen viele die Insel wieder. Dafür kommt aber ein neuer Trainer. Marcus. Wir kennen ihn von 2014. Er ist immer gut gelaunt und fährt mit unserer Gruppe. Und da ich jetzt richtig warm gefahren bin, kann ich in der zweiten Woche mal ein bisschen was drauflegen.

  • Montag fahren wir nur noch zu viert. Andi, Judith, Marcus und ich. Vom Hotel aus hoch nach Ayacata. Ich möchte zum Pico hoch. Judith nicht. Wir trennen uns. Andi fährt mit Judith und ich fahre mit Marcus vor. Bis Ayacata und dann wird es es richtig steil. Es wird richtig anstrengend. Wir fahren bis zum Aussichtspunkt und drehen dann um. Wir treffen uns mit den anderen in Ayacata zum Kaffee. Dann geht es wieder runter und weil ich noch eine Schleife fahren will, trennen wir uns wieder. Andi und Judith nehmen den direkten Weg zurück, Marcus fährt mit mir den Umweg über Ingenio. Traumhafte wellige Straße in den Bergen. Und dann Vollgas die Küstenstraße zurück. Ich beiße mich an seinem Hinterrad fest. Das macht richtig Spaß. Und zum ersten Mal bin ich echt platt nach der Ausfahrt 😆
    Nach 120 km und mehr als 2500 HM im Eiltempo wird natürlich trotzdem gelaufen.
  • Dienstag gibt es die Abschlusstour für Judith und Sara. Wir fahren nach Soria hoch. Ich fahre 1 1/2 mal hoch (man könnte den Eindruck gewinnen, ich bin nicht ausgelastet 🙄 ) und dann geht es wieder zurück. Andi schwächelt etwas. Ich fahre alleine noch eine 25 km Runde. Und dann wieder Laufen. Diesmal alleine.
  • Mittwoch ist wieder Ruhetag und Andi ist krank. Husten. Er geht alleine Frühstücken um niemanden anzustecken und geht dann wieder ins Bett. Wir Verbliebenen (es sind nicht mehr viele) fahren zum Schwimmen.  Mittags gehe ich dann mit dem sehr sympatischen Zuppi (ich glaube keiner weiß, wie er wirklich heißt 😆 ) essen. Zuppi ist ein alter Freund und Studienkollege vom Trainer. Eine wirkliche Granate, auch wenn er sagt, seine großen Zeiten sind vorbei. Einer, der wirklich was drauf hat und der es sich nicht anmerken lässt. Einbeinig mit 40 Grad Fieber würde er noch schneller laufen als ich in Bestform. Aber wenn du ihn danach nicht fragst, würdest du es nicht wissen. Sehr angenehmer Zeitgenosse.
    Natürlich gibt es noch ein ausgiebiges Dehnen an diesem Tag. Schließlich will der Trainer, das wir ganz locker am nächsten Tag auf die Königsetappe gehen 😆
  • Der Donnerstag wird DER Tag auf Gran Canaria. Wir sind nur noch 7 Leute. Minus Andi, dem geht es zwar besser, aber eine Monsteretappe wird er definitv nicht bestreiten. Trainer Marcus will mit mir die „Tal der Tränen“ Tour fahren. Und Zuppi wird uns begleiten. Er hat sich die Rippen geprellt und will langsam machen.  Also zwei Granaten und ich. Mir ist klar, es gibt heute kein Verstecken mehr. Wir sind diese Tour 2014 schon gefahren. Allerdings gab es da die Mauer noch nicht. Man konnte die Küstenstraße hinauf bis ran an den Saftpass fahren. Das geht nicht mehr. Wegen eines Erdrutsches steht dort eine Mauer. Das heißt, man muss zum warm fahren nach Soria hoch und dann diese mega steilen 3 km vom Tauropass. Das sind 400 HM und ein paar KM mehr als der normale Weg. Aber was muss das muss. Und außerdem fahren die Kerle so schnell, da bleibt eh keine Zeit zum Nachdenken 😆
    Nach Soria hoch, den steilen Tauropass hoch, wieder ganz runter und dann den Saftpass ganz hoch und auf der anderen Seite runter bis San Nicolas. Dort nochmal Flaschen auffüllen und dann geht es an den 30 km langen Aufstieg nach Artenara. 30 km auf schlechter kaputter Straße in der Sonne auf sich ewig nach oben windenden Kurven durch ein wunderschönes Tal.  Vor den Staustufen wird es immer mega steil. Da möchte man einfach nur vom Rad kippen. Marcus winkt immer von irgendeiner Schleife über uns. Zuppi fährt mit mir. Er quasselt mich quasi den Berg hoch. Also nein, er fragt mich irgendwas und ich quassel. 😆
    Eine echte Herausforderung, vor allem, weil ich nicht vorne fahre und hier und da mal warten und verschnaufen kann. Kurz vor Artenara fahren wir in eine Regenwolke rein. Aber die Pause in Artenara ist so kurz, das mir noch nicht mal kalt wird 😆
    Nach Artenara geht es erst mal wieder runter (Immer noch im Regen) und dann geht es wieder 10 km leicht hoch nach Ayacata. Da ist es dann geschafft. Es geht nur noch 40 km runter, nur unterbrochen von dem 3 km Gegenanstieg der Asphaltblase. Das Wetter ist wieder perfekt, die Regenwolke haben wir in den Bergen zurück gelassen und es ist einfach genial, diese endlose Abfahrt dem Tal entgegen zu rauschen 😀
    Nach 152 km und fast genau 3800 HM (das ist HM Rekord für mich auf einer Rennradtour) sind wir überraschend früh zurück. Wir sind die Strecke in einem für mich wirklich hohem Tempo gefahren 😯
    Geschafft! Ich bin platt wie eine Flunder und esse und trinke an dem Abend fast das Hotel-Buffet leer. Und ich fühle mich mega stark 😆
  • Freitag gibt es die Abschluss Etappe nach Soria hoch. Andi will auch fahren, aber nicht den Berg hoch. Also fahren wir bis ran und dann fahre ich die paar Km alleine hoch und wieder runter und treffe mich unten dann mit Andi im Kaffee. Beim letzten Mal den Berg hoch könnte ich heulen. Ich würde gerne noch weiter dort bleiben. Berge fahren. Ich liebe es einfach!

So, ich habe versucht mich kurz zu fassen. Das Fazit des Trainingslagers: Es war einfach genial! Ich liebe es einfach diese Berge zu fahren. Und nach den ganzen Zweifeln der letzten Wochen, hat mir dieses Trainingslager mental echt gut getan. Nach mehr als 1000 km und fast 20000 HM fühle ich mich jetzt stark genug um den Inferno anzugehen. 🙂
Andi kämpft noch immer gegen einen mistigen Husten. Aber er hat gemerkt, das auch er richtig fit ist, wenn es darum geht, die Berge hoch zu fahren. Nur das mit dem bergab fahren … naja, man muss ja nicht alles können 😉
Ich habe jetzt schon die erste Ruhewoche hinter mir, außer Schwimmen nicht viel gemacht. Morgen gibt es eine schöne MTB Tour mit Karina. Endlich mal wieder. Da freue ich mich schon drauf.
Und dann geht es weiter mit dem Training. Ich freue mich richtig auf die nächsten Abenteuer 😆

Ich will auch mal wieder

etwas schreiben, hihi. Gibt nur grad nix zu berichten. Im Moment trainiere ich super konsequent nach meinen eigenen speziellen Trainingsplan – den, wo man nur nach Lust und Laune trainiert :-). Ich schaue aus dem Fenster – Regen – nö, dann heute halt nicht.  Manchmal bedauere ich dann ein bisschen Helge, die ja quasi bei Wind und Wetter raus muss und trotzdem immer gute Laune und Spass hat. Ok, ich muss dann auch mal bald loslegen, denn der Juli ist ja nicht mehr weit ;-). Kommt Zeit – kommt auch wieder Rad. Ne, Quatsch, zwei kleine Rennradtouren bei schönstem Wetter mit anschliessendem Sonnenbrand im Gesicht habe ich mir dieses Jahr schon gegönnt. Was wirklich gut läuft, nachdem sich meine Gelenkprobleme noch vor dem deshalb extra ausgemachten Arzttermin verflüchtigt hatten, ist das Schwimmen. Schwimmen läuft. Zum eigentlichen Laufen kommen ich im Moment nur beim wöchentlichen Bahntraining. Meine Uhr findet das toll und vermeldet ständig neue Rekorde, hihi. Also bis jetzt scheine ich alles richtig zu machen 🙂 🙂 :-).

Erfolg stellt sich ein …

… wenn du das tust, was du liebst.

Die letzte Woche im Schnelldurchlauf:

  • Sonntag – 1 Woche vor dem X-Dua: Der Trainer hat mir auf den Plan den X-Duathlon Parcour geschrieben. Die ganze Strecke, aber im mittleren Tempo. 🙄 Ich breche nach Runde 3 der MTB Strecke ab. Bin völlig entkräftet. Und entmutigt. Die Strecke hat sich innerhalb der letzten Wochen in eine Schlammhölle verwandelt. Ich schaffe das nie ❗
  • Montag: Treffen nach der Arbeit bei Baywatch Barbie Nicole. 450 Starterbeutel packen
  • Dienstag: 1 Stunde Laufen. Meine Beine sind immer noch Blei. Ich könnte heulen. Mach ich aber nicht 😆
  • Mittwoch: Da lese ich den obigen Spruch. Er hängt beim Trainer zu Hause. Da bin ich, weil der Trainer wieder zum Leistungstest gerufen hat. Er macht so eine Testreihe und ich bin Testkaninchen. Leistungstest – 4 Wochen trainieren – Leistungstest. Es ist absolut irre, was 4 Wochen Training ausmachen 😯 . Leider versteht der Trainer meine an dem Tag guten Beine völlig falsch und meint, ich hätte für Sonntag nun keine Ausrede mehr 🙄
  • Donnerstag : Baywatch Barbie Nicole, Zahnfee Karina und ich machen 450 mal Startunterlagen fertig.
  • Freitag: Der Trainer hat mir 2 Stunden MTB aufgeschrieben. Na gut, ich vertrau ihm mal, er muss es ja wissen
  • Samstag: Rad putzen (da dreht sich nix mehr so schmutzig ist das) und dann auf nach Trier. Wettkampfbüro einrichten und dann kommen auch schon die ersten um sich nachzumelden oder ihre Startunterlagen abzuholen. Zum Glück ist Karina und Frohnatur Jutta bei mir. Abends schnell im Dunkeln das Rad nochmal Test fahren und dann falle ich völlig entkräftet ins Bett. Ich bin mir absolut sicher: Ich werde jämmerlich versagen am Race-Day ❗ .Aber selbst Schuld, Dummheit muss bestraft werden 😀

Dann, nach einer schlaflosen Nacht mit wirren Träumen von einer Helge, die mit dem MTB am Berg stecken bleibt und trotz aller Bemühungen nicht mehr vorwärts kommt, ist endlich Sonntag. Weiterlesen